Kommentar : Gemeinsame Nenner

Da haben CDU und Grüne noch mal die Kurve gekriegt. In der Neuauflage der Kreiskoalition haben sie bei den Reizthemen Südtangente und Rhenag-Einstieg gemeinsame Nenner gefunden - mal mehr, mal weniger überzeugend.

Aus den Aussagen zur Südtangente im Koalitionsvertrag lässt sich weder ein kategorisches grünes "Nein" noch ein stures "Weiter so" der CDU lesen. Man verweist auf die Zuständigkeiten des Bundes und Bonns und deutet Offenheit für andere Möglichkeiten der Verkehrsentlastung an.

Das hört sich nach Flexibilität an, nach Offenheit. Der große Wurf ist es jedoch nicht. Genau den braucht die Region aber: Es müssen Perspektiven zur Anpassung der Verkehrsinfrastruktur her, insbesondere was die unterentwickelte Ost-West-Verbindung angeht. Das geht nur im Schulterschluss zwischen dem Kreis und den Nachbarn. Natürlich sind auch die Bemühungen um den ÖPNV-Ausbau - Stichwort S 13 - wichtig. Doch damit allein bekommt man die Verkehrsprobleme nicht in den Griff.

Beim Rhenag-Einstieg scheinen CDU und Grüne aus den Fehlern der letztjährigen Diskussion gelernt zu haben: Ohne die Kommunen geht nichts. Dass diese stärker eingebunden werden sollen, ist ein richtiger Ansatz und zugleich die letze Chance: Sollte der Kreis die Kommunen erneut nicht von diesem Projekt überzeugen können, ist es endgültig gestorben.