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Ordnungsamt auf den Plan gerufen: Geschmackloser Maischerz statt Maibaum in Siegburg

Ordnungsamt auf den Plan gerufen : Geschmackloser Maischerz statt Maibaum in Siegburg

Eine ruhige Mainacht hat das Siegburger Ordnungsamt in diesem Jahr verzeichnet. Die Menschen hielten sich an die geltende Corona-Kontaktsperre. Zu einem ungewöhnlichen Einsatz mussten die städtischen Ordnungshüter dennoch ausrücken.

Alles ruhig. So lässt sich die Mainacht in Siegburg aus Sicht des städtischen Ordnunsamtes beschreiben. Die Menschen hätten sich an die Kontaktsperre, die wegen der Corona-Pandemie gilt, gehalten. Entsprechend seien auch kaum Maibäume aufgestellt worden, hieß es.

So schwer, dass auch ein gestandener Junggeselle ihn nicht alleine tragen kann, sind Maibäume für gewöhnlich. Doch in diesem Jahr durften nur Bäume aufgestellt werden, die man allein oder zu zweit transportieren konnte. Und so beschränkte sich der Liebesgruß in diesem Jahr meist auf einzelne Maibaumäste. Wenn diese von Herzen kommen, wird sich aber jede Frau oder - weil 2020 ein Schaltjahr ist und deshalb auch Frauen ihre Liebsten mit dem traditionellen Mailiebesgruß bedenken dürfen - jeder Mann auch über diesen Liebesbeweis freuen.

Ein weniger freundlich gemeinter Maigruß rief in der Mainacht das Siegburger Ordnungsamt auf den Plan. Anwohner hatten die städtischen Ordnungshüter alarmiert, nachdem vor einem Haus in der Innenstadt eine überdimensionale Botschaft einen Hauseingang versperrt hatte: Unbekannte hatten eine große Matratze, auf der eine wenig schmeichelhafte Nachricht gesprüht war vor einer Haustür platziert. „Dies war wirklich eine geschmacklose Beleidigung“, so einer der alarmierten Ordnungsamtsmitarbeiter.

Da die Matratzenbotschaft bereits die Aufmerksamkeit vorbeifahrender Autofahrer hervorgerufen hatte, die ihre Fahrt verlangsamten und die Matratze mit ihren Handys fotografierten, griffen die Ordnungshüter beherzt ein: Sie drehten die Matratze einfach um. Von Mitarbeitern des Bauhofes wurde sie am Freitagfrüh schließlich komplett beseitigt.

Wären die unbekannten Täter von Polizei oder Ordnungsamt beim Aufstellen auf frischer Tat erwischt worden, wäre es möglicherweise teuer geworden. Denn nach Angaben von Zeugen hätten gleich mehrere junge Männer die Matratze aus einem Lieferwagen gehievt und aufgestellt - und damit klar gegen die Coronaschutzauflagen verstoßen. Denn mehr als zwei Menschen dürfen sich in Zeiten der Corona-Pandemie nicht in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten.