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Großer Martinsumzug in Siegburg fällt wegen Corona aus

Absage wegen Corona-Pandemie : Martinsumzug in Siegburg fällt erneut aus

Einen großen Siegburger Martinsumzug gibt es coronabedingt auch in diesem Jahr nicht. Dafür sind aber mehrere kleine Umzüge in der Region geplant. Auch in Bonn fällt der große Martinszug aus.

Auch in diesem Jahr findet der große Siegburger Martinsumzug nicht statt. Grund ist die aktuelle Corona-Schutzverordnung, die bei Umzügen mit mehr als 2500 Teilnehmenden und Zuschauern 3G-Kontrollen vorsieht – entweder durch Eingangskontrollen, oder, bei Stadtfesten mit vielen Zugängen, stichprobenartig. In den letzten Jahren vor der Pandemie nahmen jedoch bei gutem Wetter teilweise doppelt so viele Menschen am großen Martinsumzug teil. Der Stadt Siegburg fehle es für derartige Kontrollen schlicht an Personal, teilte die Verwaltung am Montagnachmittag mit.

Bürgermeister Stefan Rosemann, der sonst möglicherweise den neuen Sankt Martin auf dem Pferd gegeben hätte, stellt die Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes an oberste Stelle: „Die Anziehung, die der Heilige Martin traditionell in Siegburg besitzt, ist zu stark“, schätzt er den Zuschauer-Zustrom ein. „Weil sie wegen ihrer geringeren Größe konform der Schutzverordnung ablaufen können, bleiben die Martinszüge in den Stadtteilen von der Absage unberührt.“

Viele kleinere Umzüge

Allerorten sind die Kinder wie jedes Jahr bereits fleißig am Laternenbasteln. Heutzutage werden die Papierkunstwerke nur noch selten von Kerzen beleuchtet, vielmehr setzen die Kindertagesstätten und Schulen meist auf Sicherheit und elektrische Lämpchen mit Batterie.

Nach und nach werden nun die kleineren Umzüge beim Ordnungsamt angemeldet, in Niederkassel sind es bisher zwölf. Der Umzug der Grundschule Lülsdorf wird am Donnerstag, 11. November, abgehalten, auch in Ranzel (9. November) und Niederkassel (12. November) werden die Kinderscharen mit Laternen um die Häuser ziehen.

Es zieht die Menschen zum Feuer

Das Singen von „Sonne, Mond und Sterne“ und anderen Sankt-Martins-Liedern ist bei bis zu 2500 Teilnehmenden mit Maske erlaubt – in größeren Ansammlungen ist das Singen ganz verboten. Auch in Troisdorf werden circa 15 bis 20 kleinere Umzüge stattfinden, organisiert von Kitas, Schulen und Stadtteilorganisationen.

In Sankt Augustin haben bereits sieben Einrichtungen, darunter Kitas und Familienzentren, einen Umzug angemeldet. Bürgermeister Max Leitterstorf betont: „Im Rahmen der gesetzlichen Landesvorgaben genehmigen wir gerne die Martinszüge.“ Nur Martinsfeuer sind auf öffentlichen Flächen nicht erlaubt. Die Stadtverwaltung befürchtet, dass Lagerfeuer ein zu großes Publikum anziehen.

Mit der Kita durch den Kurpark

In Hennef sind bereits drei Züge in Planung, die in ihrem Ablauf kaum von der Vor-Corona-Zeit abweichen sollen: Am Samstag, 6. November, geht es mit dem Pfingstclub durch Hollenbusch. Die Bürgergemeinschaft Geisbach hält ihren Zug am Montag, 8. November, mit Kindern und Lichtern ab, und im Hennefer Zentrum zieht die Kita Sonnenschein am 12. November durch den Kurpark. Die meisten Züge müssen jedoch erst noch genehmigt werden.