Bundesweiter Einsatz Großrazzia gegen Schleuser auch in Siegburg

Update | Region · Bei einer Razzia gegen eine international agierende Schleuserbande sind am Mittwochmorgen zehn Verdächtige verhaftet worden. Auch in Siegburg waren Polizisten im Einsatz.

 Polizeibeamte stehen an einem Gebäude in Solingen, das während einer Razzia gegen eine Schleuserbande durchsucht wurde.

Polizeibeamte stehen an einem Gebäude in Solingen, das während einer Razzia gegen eine Schleuserbande durchsucht wurde.

Foto: dpa/Gianni Gattus

Die Bundespolizei hat am frühen Mittwochmorgen eine bundesweite Großrazzia gegen die organisierte Schleuserkriminalität gestartet. Laut erster Pressemeldung der Bundespolizei soll eine mutmaßliche Schleuserbande im Fokus stehen, die etwa 350 Personen gegen fünf- und sechsstellige Eurobeträge unrechtmäßige Aufenthaltserlaubnisse verschafft haben soll. Zehn Verdächtige seien festgenommen worden.

Bei dem bundesweiten Großeinsatz werden seit den frühen Morgenstunden 101 Wohn- und Geschäftsräume, darunter auch zwei Rechtsanwaltskanzleien durchsucht. Mehr als 1000 Beamte der Bundespolizei sind in acht Bundesländern im Einsatz.

Razzien gab es in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.

Durchsuchung auch in Siegburg

Am Mittwochvormittag teilte die Bundespolizei in einer Pressemeldung mit, dass auch in Siegburg, Köln und Pulheim Razzien durchgeführt wurden. Weitere Durchsuchungen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei auf Nachfrage. Nach GA-Informationen waren die Ermittler am Mittwochvormittag im Gewerbegebiet Siegburg-Zange bei zwei Betrieben auf der Konrad-Adenauer-Allee und der Isaac-Bürger-Straße im Einsatz. Dort beschlagnahmte sie Beweismittel. Gegen Mittag waren die Einsatzkräfte wieder abgerückt.

Der Schwerpunkt der Ermittlungen lag in Nordrhein-Westfalen, wo auch die zehn Beschuldigten verhaftet wurden. Diese sollen über ihre Kanzleien Wohlhabenden, die hauptsächlich aus China und dem arabischen Raum stammten, gegen Zahlungen zwischen 30.000 und 350.000 Euro dauerhafte Aufenthaltserlaubnisse verschafft haben. Die Aufenthaltserlaubnisse wurden bei den Ausländerämtern in Solingen, Kerpen, dem Rhein-Erft-Kreis und im Kreis Düren erworben.

Laut Bundespolizei werde nach derzeitigem Stand gegen 147 eingeschleuste Personen sowie 38 mutmaßliche Bandenmitglieder ermittelt, deren Hauptbeschuldigte zwei 42 und 46 Jahre alte Rechtsanwälte sind. Ein Mitarbeiter des Kreises Düren soll ebenfalls an den Schleusungen beteiligt gewesen sein. Am Nachmittag ist eine Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf geplant.

Unter Einschleusen versteht man die Hilfe zur unerlaubten Einreise nach Deutschland, zumeist gegen Geld. Dabei geht es um Fahrdienste, falsche Dokumente, Reiseorganisation oder die Unterbringung. Die unerlaubte Einreise und der unerlaubte Aufenthalt sind nach Aufenthaltsgesetz strafbar. Wer sich hierzulande ohne den erforderlichen Aufenthaltstitel aufhält, hat das Bundesgebiet zu verlassen. Für gewerbsmäßiges Einschleusen drohen Freiheitsstrafen zwischen einem und 15 Jahren.

Hunde spüren Bargeld auf, Ermittler durchsuchen Burgen

Im Rahmen der Ermittlungen hat die Bundespolizei bisher neben Wohn- und Geschäftsräumen auch angebliche Geschäftssitze von Scheinfirmen sowie sogar zwei Burgen in der Eifel durchsucht. Sie sperrten zudem 269 Bankkonten und belegten 31 Grundstücke mit einer Sicherungshypothek. Darüber hinaus sind momentan auch Banknotenspürhunde im Einsatz, mit deren Hilfe bislang etwa 210.000 Euro Bargeld gesichert werden konnte.

Weitere Berichterstattung folgt.

(ga/dpa)
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