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Walking Theatre in Siegburg: Hänsel und Gretel verirren sich im Siegburger Wald

Walking Theatre in Siegburg : Hänsel und Gretel verirren sich im Siegburger Wald

Im Wald um das Haus der Hexe schleichen Hänsel und Gretel auf der Suche nach etwas Essbarem - sie dabei zu begleiten ist in diesem Jahr noch einmal möglich. Die Inszenierung des Märchens als Walking Theatre auf dem Gelände des Waldkindergartens i-Tüpfelchen wird neu aufgelegt.

Auch in diesem Jahr können kleine und große Märchenliebhaber in Siegburg wieder Hänsel und Gretel in den Wald folgen. Mit zehn Aufführungen geht das Märchen mit der Musik von Engelbert Humperdinck als Walking Theatre ab Freitag, 19. August, in die Neuauflage.

Ursprünglich geplant als Open-Air-Theater zum Humperdinck-Jahr mussten die Macher der Siegburger Studiobühne angesichts der Corona-Pandemie anders planen – das Publikum bewegt sich nun frei im Wald und folgt den Akteuren, schleicht um das Haus der Familie herum, schaut durch die Fenster und hört über Kopfhörer nicht nur, dass das Brot nicht mehr für die ganze Familie reicht, sondern später auch das Knistern des Feuers im Ofen der Hexe.

René Böttcher, Leiter der Studiobühne Siegburg und Regisseurin Cynthia Oblas, brachten das Märchen aber nicht nur in den Wald zurück, sie holten es auch in die Neuzeit: Der Klimawandel und der schwindende Wald, das seien Themen, die auch ganz konkret vor Ort erlebbar werden, so Böttcher. „Was macht eine Hexe im Wald, der bald nicht mehr da ist?“

Transparente Kosten

Regisseurin Oblas wollte auch das Thema der weggeschickten Kinder aus einer neuen Perspektive sehen und ins Jetzt holen. „Der Vater ist Holzfäller und kann die Familie bald nicht mehr ernähren. Aus Liebe schicken sie die Kinder fort. Sie haben die Hoffnung, dass es woanders ein besseres Leben für sie gibt.“ Oblas vergleicht die Situation der Mutter von Hänsel und Gretel mit der einer Mutter, die ihre Kinder in einem Gummiboot über das Meer schickt.

Der Waldkindergarten i-Tüpfelchen in Siegburg Kaldauen mit seinen schiefen Hexenhäuschen und seiner Waldlage ist dabei die ideale Kulisse für die außergewöhnliche Inszenierung mit Live-Musik in einer speziell arrangierten Fassung für Bläserquintett. Das Stück wurde anlässlich des Humperdinck-Jahres 2021 von der Studiobühne Siegburg zusammen mit Studierenden der Musikhochschule Köln produziert.

Der Veranstalter macht auch die Kosten transparent: 93,33 Euro betragen nach seiner Rechnung die Kosten pro Zuschauer bei 45 Gästen pro Aufführung. Die Differenz von 78,33 Euro zum Kartenpreis von 15 Euro trägt der Verein Theaterschatz aus Förder- und Projektmitteln.

„Hänsel und Gretel“ ist zu sehen ab Freitag, 19. August, 18 Uhr. Die letzte der zehn Vorstellungen 2022 beginnt am Sonntag, 4. September, 14 Uhr. Der Veranstalter macht darauf aufmerksam, dass es keine Sitzplätze gibt und bittet um festes Schuhwerk. Baumschulallee 26, 53721 Siegburg. Karten können auf www.theaterseite.de zum Preis von 15 Euro (Normalpreis) reserviert werden.