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Schule über das Smartphone: Homeschooling am Siegburger Berufskolleg

Schule über das Smartphone : Homeschooling am Siegburger Berufskolleg

Rund zehn Prozent der Schüler des Berufskollegs in Siegburg haben keine vernünftigen Endgeräte für den Unterricht zu Hause. Schulleiterin Daniela Steffens erzählt von der zusätzlichen Belastung und den Vorbereitungen auf den verlängerten Lockdown.

Offiziell hat der Unterricht im neuen Jahr noch nicht begonnen. Corona-bedingt wurden die Weihnachtsferien in diesem Jahr deutschlandweit verlängert. Doch die Vorbereitungen an den Schulen laufen bereits auf Hochtouren. In der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs wurde am vergangenen Dienstag bereits angekündigt, dass die meisten Schulen noch bis Ende des Monats geschlossen bleiben müssen oder mit eingeschränktem Betrieb arbeiten.

„Wir haben keine Angst mehr vor der Umstellung“

Schulleiterin Daniela Steffens erklärt, wie sich das Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg auf das Homeschooling einstellt: „Eigentlich bereiten wir uns seit März darauf vor. Da wurden wir ins kalte Wasser geschmissen und haben seitdem zahlreiche Fortbildungen für das Kollegium angeboten.“ Bereits in der Zeit vor Weihnachten wurde so der Distanzunterricht durchgeführt. Seitens der Lehrer sieht Steffens mit Blick auf die Durchführung keine Probleme: „Wir haben keine Angst mehr vor der Umstellung.“

Es hapere eher daran, dass nicht alle Schüler die entsprechenden Endgeräte zur Verfügung hätten. Von den rund 2500 Schülern müssten etwa zehn Prozent ihr Handy nutzen, um am Homeschooling teilnehmen zu können.

Weitere Maßnahmen beschlossen

Familienminister Joachim Stamp und Schulministerin Yvonne Gebauer (beide FDP) kündigten am Mittwoch nach einer Sitzung des Landeskabinetts weitere Maßnahmen an: Bis Ende des Monats sollen während dieses verschärften Lockdowns nun ebenfalls die Schüler der Abschlussklassen im Homeschooling unterrichtet werden. Auch Kitas bieten ab Montag nur noch eine eingeschränkte Betreuung an, für Schüler bis zur Klasse sechs gibt es an den Schulen eine Notbetreuung.

Mit der Umstellung auf Distanzunterricht für alle Schüler soll laut Gebauer eine Doppelbelastung der Lehrkräfte durch Präsenz- und Distanzunterricht vermieden werden. Die Belastung bestätigt auch Steffens: „Wir hatten von insgesamt 135 Lehrern 40 vorerkrankte Kollegen, sodass die noch übrigen Lehrer teilweise parallel die geteilten Klassen unterrichtet haben. Ohne mein großartiges Team wäre das alles nicht zu schaffen. Und dennoch macht es Spaß zu sehen, dass es klappt.“ Ein Besuch der Qualitätsanalyse habe der Schule im vergangenen Jahr außerdem attestiert, dass die Einrichtung gut durch die Krise gekommen sei.

„Man kann einfach nicht für Wochen über sein Smartphone dem Unterricht folgen“

In zahlreichen Konferenzen bereiten sich Steffens und ihr Kollegium aktuell auf das erneut bevorstehende Homeschooling vor. Die Schulleiterin betont mehrfach, wie wichtig eine Ausstattung der Schüler mit Endgeräten wäre. „Man kann einfach nicht für Wochen über sein Smartphone dem Unterricht folgen.“

Der nächste wichtige Schritt seien nun die anstehenden Informationsveranstaltungen. Bei allen Schulen startet einen Tag nach der Vergabe des Halbjahreszeugnis die Anmeldung für das neue Schuljahr. Die wird während des Lockdowns natürlich nicht wie gewohnt stattfinden können. Aus diesem Grund hat die Schule digitale Informationsveranstaltungen geplant: Am 12., 13. und 14. Januar bieten jeweils das Berufliche Gymnasium, die Handelsschule sowie die Höhere Handelsschule Online-Veranstaltungen an, zu denen man sich bereits jetzt online anmelden kann. Interessierte erhalten einen Link, über den sie an der Konferenz teilnehmen können. Ein spezielles Programm wird dafür nicht benötigt.

Weitere Infos gibt es online unter www.berufskolleg-siegburg.de und auf Instagram unter berufskollegsiegburg