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Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis: Impfungen in allen Pflegeheimen bis Ende Januar

Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis : Impfungen in allen Pflegeheimen bis Ende Januar

Die Terminhotline für das Impfzentrum des Rhein-Sieg-Kreises wird erst ab dem 25. Januar geschaltet. Landrat Sebastian Schuster ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es 821 aktive Corona-Fälle, unter ihnen der Landrat. Sebastian Schuster bleibt bis zum 16. Januar in Quarantäne. Laut Pressesprecherin Katja Eschmann wurde er inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet: „Es geht ihm aber gut.“ Schuster war zuvor schon als Kontaktperson in Quarantäne.

Ralf Thomas, Leiter der Fachstelle Covid beim Kreis, meldete moderate Zahlen im Vergleich zum Dezember, wo es jeweils um die 1000 aktiven Fälle gab und mehr als 5000 Personen in Quarantäne waren. Inzwischen sind es nur noch rund 2500. „Tatsächlich hatten wir seit den Weihnachtstagen stark schwankende Zuwächse, aber viel geringere Zahlen, als wir aus dem letzten Jahr gewohnt sind“, sagte Thomas.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises von 134,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liege unter dem NRW-Durchschnitt von 148,6. Und die Ausbruchsgeschehen beschränken sich kreisweit inzwischen auf drei Kitas, 27 Pflegeeinrichtungen und vier Gewerbebetriebe. Die Auswirkungen der Weihnachtstage werde man erst an den Zahlen zum Ende der Woche sehen, so Thomas.

Ingo Freier, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, richtet sich darauf ein, dass das Impfzentrum des Kreises in der Asklepios-Klinik Sankt Augustin am 1. Februar an den Start geht. Zurzeit werden im Kreis ausschließlich Bewohner und Personal von Pflegeeinrichtungen gegen das Coronavirus geimpft. „Wir werden es schaffen, dass wir zum 31. Januar in allen Einrichtungen die erste Impfung verabreichen“, sagte Freier.

15 Einrichtungen werden in dieser Woche beliefert

In dieser Woche werden in Alfter, Bad Honnef, Eitorf, Lohmar, Much, Niederkassel, Siegburg, Sankt Augustin, Swisttal, Troisdorf und Windeck 15 Einrichtungen der Senioren- und Altenpflege mit insgesamt 1181 Impfdosen beliefert. Sollten Impfdosen übrigbleiben, werden diese für Mitglieder des Rettungsdienstes verwendet.

Durch den neu zugelassenen Impfstoff von Moderna ändert sich beim Kreis nicht viel. Laut Freier muss nur auf die exakte Einhaltung des Abstands zwischen erster und zweiter Impfdosis von vier Wochen geachtet werden, beim Biontech-Impfstoff sind es 21 Tage. Während der Moderna-Impfstoff im Kreis zunächst an die Krankenhäuser gehen soll, wird im Impfzentrum die Vakzine von Biontech verimpft.

Aus der Quarantäne hat der Landrat mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Kreises dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. „Wir lassen uns impfen, wenn wir an der Reihe sind“, kündigen sie in einer Pressemitteilung an. Die gemeinsame Botschaft an die Bürger: „Schützen Sie sich und andere Menschen, lassen Sie sich impfen!“

Termine im Impfzentrum erst ab dem 25. Januar

Zuerst sind die Menschen an der Reihe, die 80 Jahre oder älter sind, kreisweit rund 40.000 Personen. Sie erhalten laut Dezernent Dieter Schmitz in den kommenden Tagen einen Brief des NRW-Gesundheitsministeriums mit allen Informationen zum Ablauf der Impfung.

Nicht wie ursprünglich angekündigt ab 18. Januar, sondern erst ab Montag, 25. Januar, ist es für diese Gruppe möglich, einen Termin im Impfzentrum zu vereinbaren, entweder online auf www.116117.de oder unter der kostenlosen Rufnummer 0800/116 117 01. „Den Bürgern werden Impftermine ab 1. Februar zur Verfügung gestellt, vorbehaltlich der ausreichenden Impfstofflieferung“, sagte Schmitz.

Die Notwendigkeit zu einer kreisweiten Verschärfung der Corona-Regeln sieht der Krisenstab aktuell nicht. Laut Thomas ist es angesichts der Größe des Rhein-Sieg-Kreises und der unterschiedlichen Inzidenzen in den Kommunen auch nicht angebracht, „Regelungen über das gesamte Kreisgebiet zu legen“.

Wie berichtet, waren auch kleine Kommunen zu Hotspots geworden, zum Beispiel Ruppichteroth nach einer privaten Feier und Eitorf nach einem Ausbruch beim Automobilzulieferer ZF. Die 15-Kilometer-Regel im Oberbergischen Kreis trifft die Bürger im östlichen Rhein-Sieg-Kreis nur am Rande: Sie düfen nicht mehr zum Fastfood holen nach Waldbröl fahren.