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Wegen Corona: In Siegburg bereiten Eltern ihre Kinder auf die Kommunion vor

Wegen Corona : In Siegburg bereiten Eltern ihre Kinder auf die Kommunion vor

Wegen der Pandemie findet die Erstkommunionvorbereitung in der Gemeinde Sankt Servatius in Siegburg überwiegend im Kreis der Familie und nur in kleinen Gruppen statt.

Mit einem neuen Konzept bereitet die Gemeinde Sankt Servatius 80 Jungen und Mädchen auf die Erstkommunion vor. Da wegen Corona keine Gruppenstunden mit den Katechetinnen angeboten werden können, sind die Eltern die Hauptverantwortlichen, „da sie seit jeher die Ersten sind, die in den Glauben einführen“, erklärt Diakon Marc Kerling, der zusammen mit Vorbereitungsteams an acht zu Servatius gehörenden Kirchen alle vier Wochen sogenannte Wegegottesdienste abhält, an denen jeweils zehn Kinder und ihre Eltern teilnehmen. In diesen geht es immer um ein spezielles Thema der Erstkommunionvorbereitung.

Vom Vorbereitungsteam erhalten sie jedes Mal für die nächsten vier Wochen selbst hergestellte und gefüllte Wege- beziehungsweise Materialtaschen. Diese enthalten in Briefumschlägen einen „Wochenimpuls“ mit einer kleinen, in der Familie zu leistenden Wochenaufgabe. Zum Beispiel die Gestaltung einer Kerze oder herauszufinden, woher der Namen des Kommunionkinds stammt und welche Bedeutung er hat. Immer enthält die Tasche etwas zum Basteln, Lesen und Malen, so Birgit Schaboltas vom Koordinationsteam, die auch die Idee dazu hatte.

Per WhatsApp sind die Familien und Teams untereinander vernetzt und tauschen sich auf diese Weise aus. Begleitend zu ihren Aufgaben können sie auf der Homepage der Gemeinde von Kerling erstellte Kurzvideos zu den verschiedenen Themen ansehen und Bilder anschauen, die sie und die anderen Kinder einsenden.

Beim Wegegottesdienst am Samstag in der Kirche Liebfrauen in Kaldauen ging es um das Thema Taufe und ihre Bedeutung. „Ihr habt das Glück, selbst an einer Taufe teilnehmen zu können“, kündigte Kerling an. Denn Kommunionkind Lennox Kolbe empfing von ihm das Sakrament, mit dem es in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen wurde. Nach der symbolischen Reinwaschung mit geweihtem Wasser durch den Diakon legte Mutter Nadine Kolbe ihrem Sohn das weiße Taufkleid an, dann salbte Raphael Trippel, ein König der diesjährigen Sternsinger, ihn mit Chrisamöl.

Laut Schaboltas ist die Resonanz der Eltern auf das neue Konzept durchweg positiv. „Viele berichten, sie hätten sich noch nie so als Familie gefühlt und sind gerne bereit, den Weg mitzugehen“, so Schaboltas und weist auf einen weiteren positiven Aspekt hin: Zum Teil hätten die Eltern seit Jahren keine Kirche mehr gesehen und die Kinder lediglich zur Erstkommunionsvorbereitung „abgeliefert“. Jetzt beschäftigten sie sich wieder mehr mit ihrem eigenen Glauben.

Die Corona-Pandemie bietet daher neben den Einschränkungen auch durchaus Chancen. Schaboltas kann sich gut vorstellen, dass dieses Modell der Vorbereitung durch die Eltern auch nach der Pandemie weitergeführt wird. kie