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Aktuelle Corona-Situation: Infektionszahlen im Rhein-Sieg-Kreis bleiben hoch

Aktuelle Corona-Situation : Infektionszahlen im Rhein-Sieg-Kreis bleiben hoch

Das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises hat genug Freiwillige, die Weihnachten arbeiten. Nur das Bürgertelefon ist an den Feiertagen nicht besetzt.

„Die Zahlen sind gleichbleibend hoch“, sagte Landrat Sebastian Schuster am Dienstag bei der Telefon-Pressekonferenz des Rhein-Sieg-Kreises. Bereits seit Wochen bewegen sich die aktiven Corona-Fälle um die 1000, während 5000 bis 5500 Personen in Quarantäne sind. „Es braucht eine gewisse Zeit, bis sich die Ergebnisse des verschärften Lockdowns in den Zahlen niederschlagen“, sagte Schuster.

Die vom Landeszentrum Gesundheit ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Kreis am Dienstag auf 193,4 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Unterdessen gibt es laut Schuster einen neuen Erlass vom Land NRW zu verschärften Maßnahmen bei einer Inzidenz von mehr als 200. „Die Frage ist: Was kann man überhaupt tun?“, erklärte der Landrat. Es gebe nur wenige Handlungsoptionen wie ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.

Die bestehende Maskenpflicht auf Straßen und Plätzen werde gut eingehalten. Als weitere Maßnahme könnte sich Schuster nur ein kreisweites Verbot von Gottesdiensten vorstellen, ist da aber „wegen der rechtlichen Lage“ zurückhaltend: „Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut, mit dem man sehr vorsichtig umgehen muss.“ Wie berichtet, haben viele, vor allem evangelische Gemeinden bereits ihre Weihnachtsgottesdienste abgesagt. 

„Es ist weiter Sache der Kommunen, vor Ort zu entscheiden, was erforderlich und machbar ist“, sagte der Landrat. Hennef und Siegburg sind nach wie vor stark von Corona-Ausbrüchen in Einrichtungen betroffen. Nur in Windeck gibt es zurzeit gar kein Ausbruchsgeschehen. Betroffen sind kreisweit 20 Kitas, 43 Schulen, 30 Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie Kliniken, sechs Gewerbebetriebe und sechs Einrichtungen aus der Kategorie Sport/Freizeit/Religion. Insgesamt wurden in den 105 Einrichtungen 764 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet, 2655 sind in häuslicher Quarantäne. Die meisten Corona-Fälle mit 463 gibt es nach wie vor in den Pflege- und Betreuungseinrichtungen. In Hennef sind fünf Heime betroffen, in Siegburg und Sankt Augustin jeweils vier.

 Der Kreis hat erste Informationen bekommen, wie viel Impfstoff er nach Weihnachten bekommt. Berechnungen liefen am Dienstag noch, Genaueres will Schuster am Mittwoch bei einem Termin am neuen Impfzentrum in der Asklepios-Kinderklinik mitteilen. „Das, was an Impfstoff kommt, wird relativ wenig sein“, sagte er vorab.

Das Gesundheitsamt setzt an Weihnachten die Kontaktpersonennachverfolgung fort. Laut Ralf Thomas, Leiter der Fachstelle Covid, haben sich viele Mitarbeiter für Dienste an den Feiertagen gemeldet. Nur das Bürgertelefon ist dann nicht besetzt. 

Durch die Schnelltests, die vor Weihnachten an verschiedenen Orten angeboten werden, hat das Gesundheitsamt nicht viel mehr Arbeit. Schlägt der Teststreifen beim Antigen-Schnelltest positiv aus, muss das Ergebnis mit einem PCR-Test verifiziert werde. „Das müsste vorrangig durch die Hausärzte gemacht werden“, erklärte Thomas.

Die Schnelltest-Termine bei den Johannitern in Sankt Augustin sind ausgebucht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat in seiner Teststation in Gelsdorf, nahe dem Autobahnkreuz Meckenheim, am 23. Dezember von 15 bis 20 Uhr noch Kapazitäten. Mehr auf www.ov-grafschaft.drk.de.