Mönche auf dem Michaelsberg Karmeliten wollen Siegburg noch besser kennenlernen

SIEGBURG · Der Lebensrhythmus eines Mönchs unterscheidet sich wesentlich von dem anderer Menschen. Das haben Bürgermeister und Archivarin der Stadt Siegburg am Donnerstag zu spüren bekommen, als sie um 14 Uhr an die Tür des Karmels (Ordenshaus) auf dem Michaelsberg klopften.

 Heimatliteratur frei Haus: Archivarin Andrea Korte-Böger und Bürgermeister Franz Huhn mit Pater Austin.

Heimatliteratur frei Haus: Archivarin Andrea Korte-Böger und Bürgermeister Franz Huhn mit Pater Austin.

Foto: Beekes

Dort waren Franz Huhn und Andrea Korte-Böger mit Pater Austin, dem Prior der Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten, verabredet, um ihm einen ganzen Stapel Heimatliteratur zu übergeben.

Der Pater jedoch ließ sich zunächst nicht blicken. Erst nach einigen Minuten schallte ein "Einen Moment bitte!" aus der Gegensprechanlage. Und es dauerte weitere Minuten, bis der Karmelit in der Tür erschien - beschuht übrigens mit Birkenstock-Latschen über dicken Socken, und erfreut über die Geschenke, die Huhn und Korte-Böger ihm und seiner Gemeinschaft mitgebracht hatten.

Beim Tag der offenen Tür auf dem Michaelsberg war deutlich geworden, dass in den Bücherregalen im frisch bezogenen Karmel größtenteils noch gähnende Leere herrschte. Dem wollte die Verwaltung abhelfen und füllte Kartons mit Literatur zum Gründer der aufgelösten Abtei, Erzbischof Anno II., zur Geschichte der Stadt und mit der kompletten Serie der Siegburger Blätter.

"Und ab jetzt bekommen Sie immer, wenn eine neue Ausgabe erscheint, sofort ein Exemplar von mir", versprach Franz Huhn. Die Karmeliten können nun aber nicht nur die Siegburger Geschichte, sondern auch die deutsche Küche kennenlernen, ergänzte Stadtarchivarin Andrea Korte-Böger: "In den Siegburger Blättern finden Sie auch immer ein leckeres Rezept - da können Sie zum Beispiel mal gesottenen Lachs aus der Sieg zubereiten."

Pater Austin blätterte interessiert durch die Bücher. "Wir müssen Siegburg noch viel besser kennenlernen", sagte der Prior, was Andrea Korte-Böger sofort dazu veranlasste, ihm und seinen Mitbrüdern eine Stadtführung anzubieten. Dieses Angebot nahm der Mönch gerne an - um sich anschließend wieder seinem eigenen Lebensrhythmus zu widmen.

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