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Zum Klima- und Umweltschutz: Kinder- und Jugendtheater Tollhaus setzt neues Projekt um

Zum Klima- und Umweltschutz : Kinder- und Jugendtheater Tollhaus setzt neues Projekt um

Das Kinder- und Jugendtheater Tollhaus der Siegburger Studiobühne möchte mit seiner Performance zum Nachdenken über den Klima- und Umweltschutz animieren. Premiere musste coronabedingt in den Herbst verlegt werden.

„Die grüne Hoffnung stirbt zuletzt?!“, lautet der Titel einer Open-Air-Performance des Theaters Tollhaus, dem Kinder- und Jugendtheater der Siegburger Studiobühne. Im Rahmen der Europawoche 2021 sollte die Aufführung eigentlich am 8. Mai auf dem Siegburger Michaelsberg stattfinden. Bisher fanden alle Treffen der acht an der Aktion beteiligten Kinder und Jugendlichen jedoch ausschließlich online statt, die Premiere musste coronabedingt auf den Herbst 2021 verschoben werden. Regisseurin Julie Fees und die beiden Akteure Jana Stein (18) und Elli Rath (16) stellten das Projekt jetzt vor.

Auf zwei Wegen, einem sogenannten alten und einem neuen, werden rund um den Michaelsberg jeweils acht Stationen installiert, die Spaziergänger zum Innehalten und zum Überdenken ihres eigenen Handelns in Bezug auf den Klima- und Umweltschutz animieren sollen. Der alte Weg thematisiert den Ist-Zustand in der Gesellschaft, der neue mögliche Veränderungen.

„Grundgedanke ist die Meinung vieler Menschen, wenn sie alleine was ändern würden, brächte das nichts“, so Fees, die betont, es gehe nicht darum, gleich in ganz Europa etwas zu bewegen, sondern im Kleinen. Vor einer Station wird zum Beispiel Müll verteilt, am Ende der Strecke steht schließlich eine Tafel mit dem Text: „Ich sehe Müll auf der Erde liegen, er fliegt umher, er tanzt im Kreis und das heißt: ich tue nichts.“

Bei geplanten Führungen wird den Teilnehmern ein Überraschungsei übergeben, in dem sich ein Müllbeutel und ein Einweghandschuh befinden. „Es geht uns darum, dass die Besucher von sich aus etwas tun, wir wollen nicht mit erhobenem Zeigefinger agieren“, erklärt die Regisseurin. An anderen Stationen tragen die Akteure unter anderem Poetry-Slam-Texte vor. Über einen QR-Code an jedem Haltepunkt, zu dem man mit einem roten Faden geführt wird, können Videos mit Vorträgen, kleinen Aktionen und Spielen abgerufen werden, wenn der Rundgang nicht innerhalb einer Führung stattfindet und die Nachwuchsschauspieler daher nicht vor Ort sind.

Online-Treffen ersetzen persönlichen Kontakt nicht

Obwohl das Konzept für die Performance steht, die Texte geschrieben und die Infotafeln gestaltet sind, gibt es noch eine Menge zu tun. „Wir konnten bisher nur online kommunizieren und hatten keinen persönlichen Kontakt“, berichtet Fees, aber genau der fehle, um auch die Kreativität zu fördern, was Jana Stein und Elli Rath bestätigen. Es sei etwas anderes, wenn man sich persönlich treffen könne.

Das wird aber voraussichtlich erst wieder nach den Sommerferien möglich sein. Dann wird in der Gruppe auch noch eine spannende Frage zu klären sein, nämlich, ob sich die Wege kreuzen sollen. „Das könnte zu einem interessanten Austausch unter den Menschen führen, die sich zunächst für den einen oder anderen Weg entschieden haben“, sind sich die drei einig.