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Kinderpornografie​ - Erneut Durchsuchungen im Rhein-Sieg-Kreis

13 Wohnungen durchsucht : Erneut Durchsuchungen wegen Kinderpornografie im Rhein-Sieg-Kreis

Die Polizei hat wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornografie 13 Wohnungen im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis durchsucht. Die Beamten stellten zahlreiche Laptops und Datenträger sicher.

Die Polizei des Rhein-Sieg-Kreises hat am Mittwoch 13 Wohnungen von Beschuldigten durchsucht, von denen sich die meisten wegen der Verbreitung kinderpornografischer Abbildungen strafbar gemacht haben. Bei der Razzia in Niederkassel, Sankt Augustin, Troisdorf, Neunkirchen-Seelscheid, Windeck, Hennef und Lohmar wurden insgesamt 160 Smartphones, Laptops und PCs sowie mehr als 700 Datenträger sichergestellt.

Beschuldigt werden ausschließlich männliche Personen: Der jüngste ist nach Auskunft der Polizei 14 Jahre alt, bei einem weiteren handelt es sich um einen 40-jährigen Familienvater. Die Ermittler durchsuchten auch die Wohnung eines 54-Jährigen, der des Cybergroomings verdächtigt wird – dabei suchen Personen über das Internet gezielt Kontakt zu Kindern und Jugendlichen, um sie sexuell zu belästigen, zum Bildertausch oder zu Treffen zu überreden.

Neben einer sehr großen Zahl von Datenträgern fanden die Beamten bei ihm auch eine Drohne, ein Luftgewehr und drei Granaten. Die Granaten stellten sich nach der Untersuchung als Deko-Objekte heraus, so die Polizei. Das Luftgewehr stellte sie wegen des fehlenden Waffenscheins sicher.

Aktuellen Kindermissbrauch oder aktuelle Kindeswohlgefährdung stellte die Polizei bei den Durchsuchungen nicht fest. Die Auswertung der Beweismittel werde einige Zeit in Anspruch nehmen, so die Prognose der Beamten. Das liege auch daran, dass drei der Beschuldigten über fundierte IT-Kenntnisse, auch beruflicher Art, verfügen.

Die Polizei geht aber nicht nur strafrechtlich gegen die Verbreitung von Kinderpornografie vor: Expertinnen und Experten der Kriminalprävention besuchen regelmäßig Schulen im Rhein-Sieg-Kreis, um mit Schülern, Eltern und Lehrern über das Thema Cybergrooming oder über das richtige Verhalten im Fall von Kinder- und Jugendpornografie zu sprechen. Kinder und Jugendliche kommen inzwischen schon sehr früh in Kontakt mit Kinder- und Jugendpornografie, stellt die Polizei fest. In Gesprächen mit Schülern werde deutlich, dass das Versenden von Nacktaufnahmen Teil des jugendlichen Alltags sei.

Informationen zu den Beratungsangeboten der Polizei gibt es unter der Telefonnummer 02241/ 541 4777 oder oder per E-Mail an vorbeugung-su@polizei.nrw.de.

(ga)