1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

950-Jahrfeier in Siegburg: Kölsche Glückseligkeit auf dem Markt

950-Jahrfeier in Siegburg : Kölsche Glückseligkeit auf dem Markt

Als eins der Highlights der Siegburger 950-Jahrfeier wird sicher das Konzert der "Bläck Fööss", die am Samstagabend den Markt in ein Tollhaus verwandelten, in die Geschichte der Stadt eingehen. Zu verdanken war das Mega-Event unter freiem Himmel den Siegburger Funken Blau-Weiss, die den Bürgern damit ein Geschenk machten.

Der Eintrittspreis von 950 Cents, also 9,50 Euro, ermöglichte es auch Fans, die sich keine teuren Konzerttickets leisten können, die Urväter aller kölschen Musikgruppen hautnah und live zu erleben. Obwohl es zunächst wie aus Kübeln schüttete, waren rund 4000 Zuhörer in die Innenstadt gekommen, "bei trockenem Wetter wären es sicher 1000 mehr gewesen", zeigte sich "Oberfunke" Ferdi Büchel überzeugt.

Genau so viele waren es nämlich, als sich die Karnevalsgesellschaft zum eigenen 150. Geburtstag vor fünf Jahren die Band schon einmal gönnte. Die war der wiederholten Einladung gerne gefolgt. Das Publikum in Siegburg sei "dankbar", so Band-Mitglied Andreas Wegener, der die Tasteninstrumente bedient. Er und seine Kollegen, die rund 230 Auftritte im Jahr absolvieren, mögen Konzerte wie in Siegburg, weil die Musiker "von den Schwingungen, die zur Bühne hochkommen", angesteckt würden. Als Einheizer leisteten die "Köbesse" ganze Arbeit. Punkt halb neun betraten die Fööss die Bühne.

Wie Gitarrist Peter Schütten angekündigt hatte, hörte der Dauerregen innerhalb der nächsten Viertelstunde auf. Die Schirme konnten geschlossen werden, die Hände waren frei zum Klatschen. Einer ausgelassenen Party stand nichts mehr im Weg. Vom ersten Stück "Familijedach" an stimmte das Publikum textsicher ein, hakte sich beim Nebenmann unter und schunkelte, der Markt glich einem wogenden Meer aus Tausenden von Köpfen. Kollektiver Frohsinn bei Großeltern, Eltern, Kindern und Enkeln, die die Liebe zu den Bläck Fööss eint.

Zwei Stunden lang folgte Hit auf Hit, "was anderes gibt es bei denen ja gar nicht", lachte Sarah Pfeifer aus Troisdorf und sang wieder mit. "Wenn et Leech usjing em Roxy" sorgte bei den meisten für ein "Déjà-vu, "Kölner Leechter" für Gänsehautatmosphäre, als auch noch zwei Dudelsackpfeifer die Bühne betraten. "Bye bye my love" kündete das Ende der Show an, die natürlich erst nach drei Zugaben wirklich vorbei war. "En unserem Veedel" schallte es durch die Innenstadt, dann setzte ein fulminantes Feuerwerk den Schlusspunkt hinter einem Abend der Extra-Klasse. Ferdi Büchel und seine Funken zeigten sich überglücklich: "Einfach gigantisch" lautete sein Fazit.