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Flüchtlingsaufnahme: Kommunen suchen nach weiteren Unterkünften

Flüchtlingsaufnahme : Kommunen suchen nach weiteren Unterkünften

Städte und Gemeinden stellen sich auf weitere Zuweisungen von Flüchtlingen ein während weitere Immobilien hergerichtet werden.

Der Flüchtlingsstrom hält an. Das stellt auch die Kommunen vor große Herausforderungen. Ein Überblick:

Siegburg

Die Stadt rüstet sich für neue Zuweisungen. Die Anrechnungsquote für die 190 Flüchtlinge, die in der Notunterkunft im Schulzentrum Neuenhof untergebracht sind, sei bald erschöpft, sagt Bürgermeister Franz Huhn. Zu den in acht städtischen Unterkünften und neun angemieteten Wohnungen lebenden 320 Asylbewerbern kommen in jedem Fall weitere hinzu. Mit bis zu 300 rechnet Siegburg bis Jahresende.

Der Rat hat gerade dem Kauf eines Gebäudes am Siegdamm zugestimmt, wo nach dem Umbau 150 Asylbewerber wohnen könnten. Bis Weihnachten soll es zudem Anmietungen auf dem Phrix-Gelände für bis zu 180 Menschen geben. An der Frankfurter Straße sollen Container aufgebaut werden, ähnliche Überlegungen gibt es für den Sportplatz am Schulzentrum Neuenhof. Im Gespräch sind auch das Schwesternwohnheim an der Humperdinckstraße sowie die einstige Hauptschule am Haufeld. Auch mit den Eigentümern des leer stehenden Waldhotels Grunge gab es erneut Gespräche. "Eine Nutzung ist wirtschaftlich nicht darstellbar", so Stadtsprecher Wolfgang Hohn. Mit Wohnraum allein ist es aber nicht getan: "Wir müssen Kindergartenplätze und Kapazitäten in Schulen schaffen."

Völlig unklar ist die Finanzierung. Die bisherigen Zuwendungen des Landes decken laut Stadt bei Weitem nicht die Kosten. Diese liegen bei monatlich 775 Euro pro Flüchtling.

Niederkassel

"Bei uns ist das Fass voll", sagt Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild. Derzeit leben 350 zugewiesene Flüchtlinge in Niederkassel und 120 in der Notunterkunft. Sie ist eine von 216 in NRW. "Momentan haben wir keinen Platz für weitere Zuweisungsflüchtlinge. Wir arbeiten aber daran, so dass wir in den nächsten Monaten weitere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können." Derzeit wird eine städtische Immobilie für etwa 20 Flüchtlinge in Lülsdorf renoviert, in Rheidt wird ein Haus für etwa 30 Menschen hergerichtet. In Ranzel/Lülsdorf entsteht eine Unterkunft in Holztafelbauweise für 46 Flüchtlinge. Viele private Immobilien sind laut Vehreschild nicht brauchbar: "Entweder nicht bezahlbar, oder schrottreif."

Troisdorf

Laut Stadtsprecherin Bettina Plugge leben derzeit 850 Flüchtlinge in Troisdorf, davon 350 in den beiden Notunterkünften im Sekundarstufenzentrum und im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg. Die Stadt richtet weitere Unterkünfte her: Ab Dezember können laut Plugge etwa 140 Menschen in der ehemaligen Förderschule im Laach untergebracht werden, 30 weitere Plätze werden im Schwesternwohnheim in Sieglar zur Verfügung gestellt. "Es ist voll, aber wir suchen nach Lösungen", so Plugge.

Sankt Augustin

614 Flüchtlinge leben in der Stadt, Wohnraum steht nicht mehr zur Verfügung. Im Schnitt bekommt die Stadt laut Sprecherin Eva Stocksiefen 35 bis 40 Menschen pro Woche zugewiesen. "Es wird immer problematischer. Gute Integrationsarbeit ist nur möglich, wenn die Zahlen überschaubar bleiben."

Hennef

Laut Torsten Lorenz, stellvertretender Leiter des Sozialamtes, leben derzeit etwa 325 zugewiesene Flüchtlinge in Hennef. Dazu kommen 150 Menschen in der Notunterkunft "Am Kuckuck" und etwa 250 in der Notunterkunft des Kreises in der Halle des Berufskollegs. "Aus unserer Sicht sind die Unterkünfte in der Stadt schon dicht", so Lorenz.

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