50 statt 30 erlaubt Kreis blitzt irrtümlicherweise in Niederpleis

SANKT AUGUSTIN · Das gibt es auch nicht alle Tage: In der vergangenen Woche sind in der Schulstraße in Niederpleis vier Autofahrer geblitzt worden, weil sie schneller als 30 Stundenkilometer gefahren sind - doch statt eines Anhörungsbogens samt Beweisfoto erhalten die vermeintlichen Temposünder eine Entschuldigung vom Rhein-Sieg-Kreis.

 Auf der Schulstraße, an deren Ecke die frühere Grundschule Freie Buschstraße steht, darf man mittlerweile 50 km/h fahren.

Auf der Schulstraße, an deren Ecke die frühere Grundschule Freie Buschstraße steht, darf man mittlerweile 50 km/h fahren.

Foto: Arndt

Denn dort gilt mittlerweile Tempo 50. Das bestätigte Kreissprecherin Katja Eschmann dem General-Anzeiger. "Das sollte natürlich nicht passieren und tut uns auch sehr leid", sagte Eschmann.

Die Schulstraße ist eine Kreisstraße (K 2), laut Sankt Augustins Stadtsprecherin Claudia Oberdörfer ist der Kreis somit für die Geschwindigkeitskontrollen zuständig. Doch die Stadt verantwortet die Verkehrsanordnungen. Seit Ende Juni ist dort nun Tempo 50 erlaubt, die zuvor geltende Beschränkung auf 30 km/h hatte die Stadt aufgehoben.

Bis Ende Juni galt auf der Schulstraße Tempo 30, weil dort die Grundschule Freie Buschstraße ansässig war. Doch die Schule schloss mit dem vergangenen Schuljahr, nun sind in dem Gebäude die Kita Waldstraße und die neue eingruppige Kita Buschstraße untergebracht. Und mit der Grundschule verschwanden am 29. Juni die Tempo 30-Schilder.

Diese auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirkende Vorgehensweise, erklärte Stadtsprecherin Oberdörfer: "Zur Grundschule gehen viele Schüler schon zu Fuß, deshalb galt das Tempolimit 30. Bei den Kindergärten ist das anders: Dort bringen die Eltern die Kinder in der Regel mit dem Auto.

Also gab es keine Notwendigkeit mehr, Tempo 30 aufrechtzuerhalten." Der Kreis wusste das nicht und blitzte alle Fahrzeuge, die schneller unterwegs waren. Laut Eschmann erhalten die vier Autofahrer nun ein Entschuldigungsschreiben. Und: "Die Betroffenen müssen in diesem Fall natürlich kein Bußgeld bezahlen."

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