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Landratswahl im Rhein-Sieg-Kreis: Sebastian Schuster macht weiter

Klares Ergebnis im Rhein-Sieg-Kreis : Landrat Sebastian Schuster macht weiter

Bei der Landratswahl im Rhein-Sieg-Kreis gibt es ein klares Ergebnis für Sebastian Schuster (CDU): Der Amtsinhaber muss nicht in die Stichwahl. Seine Gegenkandidaten zeigen sich als faire Verlierer und holen Zahlen, die zum Teil über den Werten ihrer jeweiligen Partei liegen

Lange waren die Flure im Kreishaus leer. Die öffentliche Wahlparty abgesagt, die meisten Kommunalpolitiker in ihren Fraktionsräumen. Nur 85 Personen waren am Sonntagabend im Kreishaus zugelassen, Medienvertreter inklusive. Als das Ergebnis der Landratswahl fast vollständig ausgezählt war, betrat Landrat Sebastian Schuster den Flur, flankiert vom CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen und dessen Kollegin Lisa Winkelmeyer-Becker, zugleich Kreisvorsitzende der CDU. Sein Ergebnis zu diesem Zeitpunkt: stabil über 52 Prozent.

„Ich bedanke mich jetzt natürlich bei allen Wählerinnen und Wählern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben“, sagte ein sichtlich zufriedener Sebastian Schuster. „Ich freue mich voller Tatendrang auf eine weitere Legislaturperiode.“ Die anderen Kandidaten hätten einen sehr fairen Wahlkampf gemacht und dabei auch gut abgeschnitten. „Ich bin froh, dass ich jetzt nicht in die Stichwahl muss, sondern am Montag direkt loslegen kann mit der Arbeit“, sagte Schuster. 2014 setzte er sich erst im zweiten Wahlgang gegen Dietmar Tendler von der SPD durch.

Amtsinhaber im Vorteil

Zum Wahlkampf unter Corona-Bedingungen sagte Schuster, er habe sehr spät angefangen und sei sehr spät ins Rollen gekommen. „Es ist sicher so, dass die Amtsinhaber einen leichten Vorteil hatten“, so der alte und neue Landrat. In den Kommunen, in denen neue Kandidaten angetreten seien, habe man ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen beobachten können.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Denis Waldästl (SPD), der Schuster selbstbewusst herausgefordert hatte und ebenso selbstbewusst ankündigte, Schuster „aus dem Kreistag heraus sehr kritisch zu begleiten“. Waldästl freute sich, mit seinem Ergebnis von rund 29 Prozent über dem Bundestrend der SPD zu liegen, „aber dass ich wirklich glücklich bin, kann ich nicht sagen“. Zuletzt habe er 14 Stunden am Tag Wahlkampf gemacht, „das fällt jetzt alles von mir ab“.

Otter besser als seine Linke

Linken-Kandidat Michael Otter beobachtete von Anfang an im großen Saal die Wahlergebnisse. „Mit meinem persönlichen Ergebnis als Landrat bin ich schon ganz zufrieden, ich habe ein gutes Plus. Ich hätte mir aber gewünscht, dass mein Ergebnis sich auch stärker in unserem Ergebnis bei der Kreistagswahl widerspiegeln würde“, sagte Otter. Er erreichte knapp sieben Prozent, seine Partei im Kreis pendelte sich bei gut drei Prozent ein.

Wolf Roth, Landratskandidat der Piraten, war zufrieden: „Zumindest sieht es ja so aus, dass die Piraten weiterhin im Kreistag sind. Wir haben zusätzlich im Rat der Gemeinde Windeck einen Sitz errungen. Ich kann für mich als Person bei der Wahl des Landrats auch zufrieden sein. Es gibt nichts, worüber man traurig sein müsste.“ Roth sieht einen „starken Corona-Bonus“ bei der CDU.

FDP-Landratskandidat Christian Koch sagte am Abend, als nur noch die Auszählung weniger Wahlkreise fehlte: „Ich habe Herrn Schuster eben im Kreishaus schon gratuliert. In solchen Zeiten ist es so, dass Wähler den Amtsinhaber gerne weiter im Amt sehen. Es scheint sich bei mir auf dem dritten Platz zu manifestieren. Das finde ich persönlich auch recht schön.“

59 Prozent in Wachtberg und Ruppichteroth

Schuster holte besonders gute Ergebnisse in Wachtberg und Ruppichteroth und lag dort am Ende bei mehr als 59 Prozent der Stimmen, in Lohmar und Meckenheim waren es mehr als 57 Prozent. Denis Waldästl, der in Hangelar wohnt, hatte in Sankt Augustin ein erfolgreiches Heimspiel und holte dort rund 37 Prozent der Stimmen.

Michael Otter war in Troisdorf, Siegburg, Alfter und Königswinter stark. Hochburg der Piraten ist eindeutig Windeck, wo Roth 5,3 Prozent der Stimmen holte. Auch Christian Koch hatte ein sehr gutes Heimspiel mit fast 14 Prozent der Stimmen als Landratskandidat in Bornheim. Den Endspurt erlebte die Landratswahl in Königswinter und Bornheim, wo nach 23 Uhr noch ausgezählt wurde.

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