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25-Jähriger verkaufte teure Smartphones: Lange Haftstrafe für Siegburger wegen Internetbetrugs

25-Jähriger verkaufte teure Smartphones : Lange Haftstrafe für Siegburger wegen Internetbetrugs

Das Siegburger Schöffengericht hat einen 25-Jährigen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Der junge Mann verkaufte teure Handys, lieferte diese aber nie an die Käufer aus.

30 Monate Haft lautete das Urteil gegen einen 25-jährigen Siegburger, das ein Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Ulrich Wilbrand aussprach. Hinzu kommen noch 15 Monate aus einem anderen Verfahren. Der Mann war wegen Betruges in besonders schwerem Fall angeklagt: Er hatte zwischen dem 15. August 2018 und dem 13. Juli dieses Jahres durch 15 selbstständige Handlungen über eine Verkaufsplattform im Internet teure Handys angeboten, das Geld kassiert, die Ware aber nie an die Käufer ausgeliefert. Dabei entstand ein Schaden von insgesamt etwas mehr als 7000 Euro.

Das Prekäre an der Sache: Der junge Mann hatte am 8. August 2018 bereits eine Haftstrafe von 15 Monaten wegen gleichartiger Vergehen aufgebrummt bekommen und musste 150 Sozialstunden ableisten. Die Haftstrafe war zur Bewährung ausgesetzt worden. Die Eltern hatten zudem 7500 Euro als Kaution hinterlegt. In den Bewährungsauflagen hieß es, er müsse straffrei bleiben. Aber schon eine Woche nach dem damaligen Urteil fing er mit der Masche wieder an.

Tatmotiv vor dem Siegburger Gericht bleibt unklar

Warum er das machte, konnte sein Verteidiger nicht erklären. Auch Richter Wilbrand kam mit seiner intensiven Befragung nicht weiter. Ein großes Fragezeichen stehe über seinem Mandanten, erklärte der Verteidiger. Sein Verhalten sei nicht sonderlich intelligent gewesen. Aber immerhin schäme sich der junge Mann vor seinen Eltern.

Hauptschule mit Abgangszeugnis der Klasse 9, keine Berufsausbildung, hin und wieder ein Job. Das war alles, was der Angeklagte aufweisen konnte. Aber die Sozialstunden in einer Seniorenwohngemeinschaft hätten ihm „die Augen geöffnet“, sagte er kleinlaut und zerknirscht. Dort hatte er als Alltagsbegleiter gearbeitet und muss die Sache wohl gut gemacht haben, denn dort erhielt er ein Jobangebot. Und so diskutierten Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung, ob dem Angeklagten überhaupt mit einer Haftstrafe geholfen wäre. „Das Gericht hat kein Interesse, ein Leben zu zerstören“, hielt Richter Wilbrand dem Mann vor. Ein offener Vollzug könne möglicherweise helfen.

Sollte nun der mögliche Arbeitgeber damit einverstanden sein, den Mann zu beschäftigen, auch wenn er im offenen Vollzug ist, könnte er den Jahreswechsel Zuhause verbringen. Andernfalls schließen sich am 28. Dezember für lange Zeit die Gefängnistore hinter ihm.