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Missbrauchsfall vor Siegburger Amtsgericht: Lehrer soll Schülerin missbraucht haben

Missbrauchsfall vor Siegburger Amtsgericht : Lehrer soll Schülerin missbraucht haben

Weil er die Verliebtheit seine 15 Jahre alten Schülerin ausgenutzt haben soll, muss sich ein 44-jähriger Lehrer vor einem Siegburger Schöffengericht verantworten.

Mit einer fatalen Liebe und deren schlimmen Folgen muss sich seit Dienstag vor dem Siegburger Amtsgericht ein Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Alice Weismann auseinandersetzen. Angeklagt ist ein 44-jähriger Lehrer. Er soll eine Schutzbefohlene in der Zeit von Ende März 2015 bis zum 23. Dezember 2015 in elf Fällen missbraucht haben. Bei dem Opfer handelt es sich um seine frühere Schülerin, die im Tatzeitraum 15 Jahre alt war.

Die Jugendliche hatte sich, so heißt es im Anklagevorwurf, in ihren Lehrer verliebt und diesem ihre Verliebtheit auch offen gezeigt. So kam es zu ersten Annäherungen, Zärtlichkeiten und schließlich auch zu intimen Handlungen, die sich zum Teil sogar in der Wohnung der Eltern des Mädchens abgespielt haben. Geschlechtsverkehr soll der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft abgelehnt haben.

Jugendliche hegte Suizidgedanken

Die Jugendliche sei schließlich in eine Abhängigkeit von ihrem Lehrer und seinen Zuwendungen geraten. Weil ihre Liebe aber hoffnungslos war, begann das Mädchen sich selbst zu verletzen. Zudem hegte sie Suizidgedanken. Sie wollte sogar von einer Siegbrücke in Hennef-Blankenberg springen, um sich das Leben zu nehmen. Seit Mai 2017 ist sie deswegen nun in therapeutischer Behandlung.

Nach dem Anklagevortrag stellte der Verteidiger des Lehrers einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Es gehe schließlich auch um „schutzwürdige Interessen“ seines Mandanten. Die Staatsanwaltschaft stimmte dem Antrag zu, die Rechtsvertretung der Nebenklägerin (des Opfers) lehnte den Ausschluss ab.

Nach entsprechender Beratung schloss dann das Gericht die Öffentlichkeit aus. Über mehrere Stunden wurden anschließend verschiedene Verfahrensbeteiligte gehört. Ein Urteil gab es am Dienstag noch nicht. Das Gericht legte drei Forsetzungstermine fest.