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„Siegburg sagt Nein“: Mehr als 100 Siegburger drehen Video gegen Rassismus

„Siegburg sagt Nein“ : Mehr als 100 Siegburger drehen Video gegen Rassismus

Sie treten gemeinsam ein gegen Rassismus, Hass, Gewalt und Diskriminierung: Mehr als hundert Siegburger machen mit bei einem Videoprojekt von Peter Selbach. Darunter auch Fußballweltmeister Wolfgang Overath. Am letzten Drehtag gab es Applaus.

In den vergangenen Wochen sind die Siegburger aufgestanden, um laut „Nein“ zu sagen. Zu Rassismus, Hass, Gewalt, Sexismus und Diskriminierung. Zum Abschluss seines Videoprojektes „Siegburg sagt Nein“ hatte Peter Selbach sie alle nun noch einmal zu einer letzten Aufnahme vor dem Anno-Gymnasium eingeladen.

Der kleine Film zum Lied „Sage Nein“ von Konstantin Wecker endet nämlich mit viel Applaus. „Weil es sich im Original um einen Live-Auftritt handelt“, erklärt Selbach. Also positionierten sich alle Beteiligten den Coronavorschriften entsprechend mit gebührendem Abstand und Mund-Nasen-Schutz und legten sich auf Selbachs Kommando mächtig ins Zeug. Minutenlang klatschten sie, während sich zwei Helfer des Ini­tiators zwischen den Reihen bewegten und das Ganze mit Kameras aufzeichneten.

Große Solidarität unter Mitwirkenden

Wie berichtet, hatte sich Peter Selbach entschieden, sein Lohmarer Projekt in Siegburg zu wiederholen. 150 Menschen hatten sich nach seinem Aufruf zum Mitmachen in den Social-Media-Kanälen gemeldet, rund 100 konnte er letztlich in sein Video aufnehmen. Acht Drehtage an verschiedenen Orten der Kreisstadt benötigte Selbach, bis alle Aufnahmen im Kasten waren. „Es hat unglaublichen Spaß gemacht, alle waren sehr herzlich und ich habe eine Menge neuer Leute kennengelernt“, zeigte er sich begeistert. Jeder, der mitgemacht habe, habe die Solidarität untereinander und den Zusammenhalt für eine gemeinsame Sache gelobt.

Zu den prominentesten Teilnehmern zählen Bürgermeister Franz Huhn und seine Stellvertreter, der Fußballweltmeister von 1974, Wolfgang Overath, Comedian Markus Maria Profitlich und die Siegburger Band „Hausmarke“. Ebenfalls dabei waren die Bürgermeisterkandidaten von CDU, SPD und Grünen, nicht aber der der Siegburger Bürger Union (SBU).

Andere Städte bekunden Interesse

Nach dem großen Abschlussdreh hat sich Selbach an den Zusammenschnitt der einzelnen Sequenzen gemacht, sie zum Teil noch „nachjustiert“. Inzwischen ist der fertige Film auf der Internetseite des Projektes zu sehen. Auch bei Facebook hat er sein Werk eingestellt und hofft nun auf „fleißiges Liken und Teilen“. Ob es auch in anderen Städten ein ähnliches Projekt geben wird, klärt Selbach im Moment ab, denn Troisdorf und Hennef hätten sich bereits für ein eigenes Video beworben. Dann käme das gleiche Lied von Konstantin Wecker zum Einsatz, allerdings in dessen Neufassung mit überarbeitetem, aktualisiertem Text.

Das Video „Siegburg sagt Nein“ ist auf www.siegburg-sagt-nein.com zu sehen.