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Gericht urteilt im Fall von Urkundenfälschung: Mit falschen Ausweisen auf Jobsuche

Gericht urteilt im Fall von Urkundenfälschung : Mit falschen Ausweisen auf Jobsuche

Ein 42-jähriger Fliesenleger suchte mit gefälschten Papieren in Tschechien eine neue Arbeit. Seine Suche endete vor dem Siegburger Amtsgericht.

Ein 42-jähriger Fliesenleger aus Troisdorf verlor seinen Job, weil er wegen eines Alkoholdeliktes seinen Führerschein abgenommen bekam. Bis zu einem Liter Wodka habe er täglich getrunken, erklärte er dem Richter Daniel Hahn. Und so sei er auf die Idee gekommen, mit Hilfe von gefälschten Ausweisen in Tschechien eine neue Arbeit zu finden. Doch statt in Prag landete er jetzt mit seiner Schwester vor dem Strafrichter. Die 45-jährige Frau aus Hennef hatte zu der Beschaffung der falschen Personalpapiere Beihilfe geleistet. Der Lieferant der falschen Dokumente sitzt inzwischen in Haft.

Nur die zwei Ausweise habe er bekommen zum Preis von 1200 Euro. Einer war auf seinen Namen ausgestellt, der zweite auf einen tschechischen Namen. Im Land der Moldau hoffte er gute Arbeitsplätze zu finden. Von dem Fälscher hatte er durch seine mitangeklagte Schwester erfahren. Die sagte aus, sie habe dem Bruder helfen wollen, „ich wusste nicht, dass das schlimm ist“. Zudem habe sie im Frühjahr 2019 unter Depressionen gelitten. Sie hätten mit dem Fälscher – ihrem früheren Freund – zusammengesessen und getrunken, und was die Männer besprochen hätten, habe sie nicht mitbekommen.

Die Aussage beeindruckte den Richter nicht. Er verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je 50 Euro wegen Beihilfe zum Beschaffen falscher amtlicher Ausweise. Ihr Bruder kam glimpflicher davon: Er wurde zu 25 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt.