Advent ohne Weihnachtsmarkt Warum der Siegburger Mittelaltermarkt dieses Jahr besonders fehlt

Meinung | Siegburg · Die Absage des Siegburger Mittelaltermarkts hinterlässt eine große Lücke in der Vorweihnachtszeit, meint GA-Redakteurin Bettina Köhl. Denn der Weihnachtsmarkt hebt sich wohltuend von anderen in der Region ab. Auch wenn nicht alles auf dem Markt perfekt ist.

 Eine Szene von dem Eröffnungstag des Mittelaltermarktes Siegburg im vergangenen Jahr.

Eine Szene von dem Eröffnungstag des Mittelaltermarktes Siegburg im vergangenen Jahr.

Foto: Meike Böschemeyer

Ich gebe zu, mein Verhältnis zu Mittelalterfesten war gespalten, bevor ich vor zwei Jahren in die Lokalredaktion nach Siegburg umgezogen bin. Zu viel Trara und Spektakel,  zu viel Kostüm und Verklärung, zu wenig historische Tiefe. Der Wechsel des Schreibtischs fiel in etwa mit dem Aufbau des mittelalterlichen Weihnachtsmarkts zusammen. Ich betrachtete das Treiben skeptisch. Von denen, die da fröhlich ihr Wahrsagerzelt, ihre Falafel-Bude oder ihre Seilerei aufbauten, hätte im Mittelalter jede und jeder Zweite die Pest nicht überstanden oder wäre im Kindbett gestorben. Warum also eine ganze Innenstadt in eine Zeit zurück versetzen, in der nicht nur Spanferkel und Ochsen auf den Spieß kamen, sondern auch Frauen öffentlich als Hexen verbrannt wurden?