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Schulterschluss gegen Einbrecher: Moderne Sicherheitstechnik zum Schutz vor Einbrechern

Schulterschluss gegen Einbrecher : Moderne Sicherheitstechnik zum Schutz vor Einbrechern

Polizei und Fachhandwerksbetriebe gründen die Schutzgemeinschaft Bonn/Rhein-Sieg. Ziel ist, Häuser und Wohnungen mit moderner Sicherheitstechnik ausrüsten und so sicherer zu machen.

Bei etwa der Hälfte aller Einbruchsversuche an Häusern und Wohnungen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn zogen Täter im vergangenen Jahr unverrichteter Dinge wieder ab. Geht es nach den Polizeibehörden des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn dürfte die Quote gerne höher sein. Damit das gelingen kann, sind die Beamten einerseits auf das Sicherheitsbewusstsein von Eigentümern, andererseits auf kompetente Handwerksbetriebe aus der Region angewiesen, die Häuser und Wohnungen mit moderner Sicherheitstechnik ausrüsten.

Ein neues Angebot soll künftig dabei helfen, Bürger und Fachbetriebe schneller und zuverlässig in Kontakt zu bringen. Gemeinsam mit den Polizeibehörden des Kreises und der Stadt Bonn und der Kreishandwerkerschaft haben sich am Freitag zwölf zertifizierte Handwerksbetriebe aus der Region zu einer Schutzgemeinschaft im bundesweiten Netzwerk „Zuhause sicher“ zusammengeschlossen.

Die richtigen Präventionsmaßnahmen

„Qualitativ hochwertige Beratung zum Einbruchsschutz und qualitativ hochwertige Montage von Sicherheitstechnik – das ist die Formel für effizienten Einbruchsschutz“, sagte Günter Brodeßer, Leitender Polizeidirektor der Kreispolizeibehörde. In enger Zusammenarbeit mit seiner Behörde und auf Grundlage neuer polizeilicher Erkenntnisse soll das Netzwerk künftig Bürgern noch besser helfen, die richtigen Präventionsmaßnahmen, an den richtigen Stellen vorzunehmen.

Wer die Hilfe der Schutzgemeinschaft in Anspruch nimmt und die Ratschläge der Polizei mit einem der Fachbetriebe im Netzwerk umsetzt, erhält eine Plakette, die, am Haus angebracht, ein abschreckendes Signal an Einbrecher senden soll. „Wir wissen, dass Täter Einbruchsversuche häufig abbrechen, wenn es länger dauert, sich Zutritt zu verschaffen“, so Brodeßer.

Handwerksbetriebe aus der Region, die speziell für die Montage von Sicherheitstechnik geschult sind, finden Eigentümer und Mieter zwar auch jetzt schon, etwa mithilfe der „Errichterliste“ des Landeskriminalamtes, dennoch hofft die Polizei mit dem neuen Projekt Bürger stärker als bisher für das Thema zu sensibilisieren. „Wenn unsere Beamte in Wohnvierteln zur Einbruchsprävention unterwegs sind – man glaubt nicht, wie viele gekippte Fenster man immer noch findet“, sagte Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa.

Die Zertifizierung kostet für Betriebe richtig Geld

Dem Netzwerk beigetreten ist auch Andreas Wielpütz. Für sein Unternehmen, das Elektrofachgeschäft „Elektro Feld“ aus Sankt Augustin, erhofft er sich dadurch eine bessere Erreichbarkeit für interessierte Kunden. „Die Zertifizierung kostet für Betriebe richtig Geld. Das geht in die Tausende“, so Wielpütz. Seit einiger Zeit stellt er aber wachsendes Interesse und eine gestiegene Nachfrage an Sicherheitstechnik fest.

Wielpütz: „Es findet bei Vielen ein Umdenken statt.“ Bislang bezieht sich die Zertifizierung der am Netzwerk teilnehmenden Betriebe nur auf mechanische Einbruchsicherungstechnik, wie Brohl-Sowa erklärte. Längst kämen aber im Zeitalter von digital vernetzten „Smart Home“-Systemen immer neue elektronische Hilfsmittel auf den Markt. „Wir werden sehen, wie weit künftig auch die elektronische Sicherung zertifiziert werden kann“, so die Bonner Polizeipräsidentin.

Während die Einbruchszahlen 2017 im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sowie in Königswinter und Bad Honnef zurückgegangen sind, verzeichnete die Polizei im Rechtsrheinischen einen leichten Anstieg. „Wie erleben leider immer noch, dass viele Bürger zu sorglos mit dem Thema umgehen“, so Brodeßer. „Es passiert überall, aber bestimmt nicht bei mir“, sei ein weit verbreiteter Irrglauben.

Weitere Informationen gibt das Netzwerk „Zuhause Sicher“ unter zuhause-sicher. Eine Internetpräsenz der Schutzgemeinschaft Bonn/Rhein-Sieg soll noch errichtet werden.