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Landtagswahl im Rhein-Sieg-Kreis: Muttertagsgrüße für Wahlhelferinnen

Landtagswahl im Rhein-Sieg-Kreis : Muttertagsgrüße für Wahlhelferinnen

Genau 452.499 Bürger waren am NRW-Wahlsonntag im Rhein-Sieg-Kreis aufgerufen, bei der Landtagswahl ihre Stimme abzugeben. Das gesamte Gebiet umfasst vier Wahlkreise. Wie ging es in den Wahllokalen zu? Ein Streifzug zwischen Siebengebirge, Sieg und Voreifel.

Am Wahlsonntag wird im Siegburger Schwimmbad Oktopus nicht nur geplanscht, sondern auch gewählt. Die Bürger des Stimmbezirks 70 können sich ihre Wahlzettel mit verlockendem Blick auf das Außenbecken des Schwimmbads abholen. Lächelnd begrüßen die vier Wahlhelfer jeden, der durch die Tür kommt. Für Helferin Gudrun Meinke, Mutter von vier Kindern, hat die Wahl sogar Vorrang vor dem Muttertag. Bei ihr hätten sich früh am Tag die Whatsapp-Nachrichten gehäuft, sagte sie. Das große Muttertags-Essen gibt es erst am Abend. Für sie sei das der schönste Abschluss der Wahl.

Helferin Ute Kepenc hat am Morgen schon ihre Mutter beglückt. Sie hilft nicht zum ersten Mal bei einer Wahl aus. „Am Wahltag sind immer alle sehr freundlich und gut gelaunt“, berichtet sie. Es sei eine schöne Atmosphäre und nie langweilig, denn die Menschen kämen immer in Intervallen in das Wahllokal. Kaum hat Kempec das gesagt, stehen auch schon sieben Wähler im vorher noch leeren Raum. Sie müssen nicht lange warten, die Kreuze sind schnell gemacht. So löst sich die Schlange bald wieder auf. Für den 23-jährigen Pedram Ghozam ist es ein ganz besonderer Tag: „Es ist meine erste Wahl“, erklärt er. Seit sechs Monaten erst ist der junge Mann, der aus dem Iran stammt, deutscher Staatsbürger.

Wieder füllt sich der Raum von einem auf den anderen Moment mit Wählern. Und plötzlich erkennt Wahlhelferin Gudrun Meinke bekannte Gesichter: Ihre Tochter steht mit einem großen Blumenstrauß vor ihr und bringt ihr den Muttertag ins Wahllokal.

Hektische Betriebsamkeit

Ortswechsel: 10 Uhr, Rathaus der Stadt Königswinter in Thomasberg. Im Foyer herrscht bereits hektische Betriebsamkeit. Im Wahlbezirk 130 (Thomasberg-West) haben bis zu diesem Zeitpunkt rund 130 von 1800 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die Anzahl der Briefwähler lag dabei mit 300 recht hoch. Erstmals wird im Foyer gewählt, nachdem sich im alten Wahllokal, dem Multifunktionsraum im Untergeschoss, mittlerweile Büros des Straßenverkehrsamtes befinden.

Einige ältere Wähler haben ein Problem damit, dass SPD-Kandidat Denis Waldästl bei der Erststimme ebenso wie seine Partei bei der Zweitstimme auf dem Stimmzettel ganz oben standen. Bei der Bundestagswahl steht dort in der Regel die CDU als stärkste Partei. Die Wähler wollten offensichtlich die Christdemokraten wählen und machten ihre Kreuzchen daher an der falschen Stelle. Sie dürfen anschließend einen neuen Stimmzettel ausfüllen.

Raetz ist viel unterwegs

Tief im Westen des Kreises, in Rheinbach, ist Bürgermeister Stefan Raetz am Wahlsonntag viel unterwegs. Er besucht mit Josef Schwark, der das Erfrischungsgeld auszahlt, die 22 Wahllokale im Stadtgebiet. „Ich schaue, ob alles im Wahllokal stimmt, bedanke mich bei den Wahlhelfern und frage, was wir bei der nächsten Wahl noch besser machen können. Wenn was fehlt, sorge ich für Abhilfe. Abgeschlossene Toiletten in der Schule lassen nach einiger Zeit auch die Wahlhelfer ,verkniffen‘ aussehen.“ In Rheinbach sind 20 862 Bürger zur Wahl aufgerufen. Mit 266 Wahlberechtigten erwarten die Wahlvorstände im Stimmbezirk 162 Queckenberg/Todenfeld die kleinste Zahl von Wählern. Im Voreifeldorf Todenfeld steht keine städtische Einrichtung als Wohllokal zur Verfügung. Deshalb geben die Wähler in der sonst nicht mehr geöffneten Gaststätte Röttgen ihre Stimme ab.

Im Stimmbezirk 010 sind es 1532 Wahlberechtigte – die meisten innerhalb von Rheinbach. Ihr Wahllokal befindet sich im Gründer- und Technologie-Zentrums (GTZ). 3867 Rheinbacher Wähler haben bereits von der Briefwahl Gebrauch gemacht. Ausgezählt werden diese Stimmen am Sonntag von fünf Briefwahlvorständen.