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Radwandern im Rhein-Sieg-Kreis: Naturschutzverbände lehnen neue Radbrücke ab

Radwandern im Rhein-Sieg-Kreis : Naturschutzverbände lehnen neue Radbrücke ab

Das Landesbüro kritisiert die Planung des Projektes an der Sieg bei Windeck-Schladern. Die bisherige Strecke über Maueler Berg „ist zumutbar“.

Erhebliche Bedenken gegen den Ausbau des Siegtalradwegs bei Schladern hat das Landesbüro der Naturschutzverbände NRW. Es untermauert so die Haltung des Landschaftsbeirates beim Rhein-Sieg-Kreis, der den Bau einer Radbrücke an der Sieg zwischen Schladern und Dreisel ablehnt (der GA berichtete). Kern der Diskussion ist, dass der Kreis den Eingriff ins Naturschutzgebiet für vertretbar hält. In einer zwölfseitigen Stellungnahme an den Kreis zerpflücken die Naturschützer die Planung.

Für diese ist die Kreisverwaltung selbst verantwortlich: Sie will den Siegtalradweg attraktiver und familienfreundlich gestalten. Die bisherige Streckenführung über den Maueler Berg ist aus Sicht des Kreises unzumutbar. Deshalb soll der Weg umgelegt werden und dafür eine neue Siegbrücke entstehen. Die – schon recht langwierige – Planung hat der Kreis nach eigener Überzeugung mit dem Naturschutz in Einklang gebracht. Das Landesbüro der Naturschutzverbände, dem der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), der Nabu (Naturschutzbund) sowie die LNU (Landesgemeinschaft Natur und Umwelt) angehören, protestiert: In der Stellungnahme führt es eine Reihe methodischer und fachlicher Mängel auf. So hält das Landesbüro den jetzigen Weg trotz seiner Steigung „ausdrücklich für zumutbar“. Für touristische Radler sei so etwas kein Problem; schon deshalb sehen die Naturschützer keine Grundlage für die Planung.

Sie bemängeln vor allem aber, dass die Auswirkungen des Eingriffs nicht richtig untersucht beziehungsweise nicht richtig gewichtet worden seien. Schon jetzt seien die Schutzgüter im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Sieg defizitär – heißt: Einige Arten kommen dort nur noch selten oder gar nicht mehr vor. „Erhebliche Störungen durch Erholungssuchende belasten das Gebiet“, heißt es in der Stellungnahme. Eine neue Wegeverbindung mit Brücke würde die Situation noch verschlechtern: Allein die Anwesenheit von Spaziergängern, Radlern und Hunden würde Vögel, die im Schutzgebiet beheimatet sind, stören.