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Umstrittenes Projekt "Quartett am See": Neubauprojekt in Siegburg wird im Oktober vollendet

Umstrittenes Projekt "Quartett am See" : Neubauprojekt in Siegburg wird im Oktober vollendet

Ende Oktober beziehen erste Wohnungseigentümer das „Quartett am See“ im Starck'schen Park. Investition für die 24 neuen Wohnungen beläuft sich auf 15 Millionen Euro.

Das Projekt war umstritten. Über Jahre haben seine Gegner versucht, den Neubau von vier Mehrfamilienhäusern im Starck'schen Park zu verhindern, sind aber am Ende gescheitert. Inzwischen steht das „Quartett am See“ kurz vor seiner Vollendung: 20 der 24 neuen Wohnungen mit insgesamt 3000 Quadratmetern Wohnfläche sind verkauft. Im Oktober ziehen die ersten Eigentümer ein, bis zum Jahresende die restlichen. Das teilten die Projektverantwortlichen mit, die alle Beteiligten zu einem Sommerfest geladen hatten. „Damit möchten wir den Eigentümern die Möglichkeit geben, sich untereinander kennenzulernen“, erklärte Investor Hans Zaunmüller.

Wie mehrfach berichtet, hatte sich mit der Bürgerinitiative „Biotoprettung Siegburg“, die sich vor allem aus Anwohnern zusammensetzt, schon früh Widerstand gegen die Investorenpläne für das 18.500 Quadratmeter große Areal zwischen Bernhardstraße, Am Brungshof und An den Seeswacholdern formiert. Sie fürchteten durch den Neubau Eingriffe in die Ökologie des Sees, die Verdrängung seltener Tierarten und auch, dass sich der Bau der Tiefgarage auf die Ströme des Grundwassers und damit auf den kleinen See auswirken könnte. Mehr Lärm, mehr Verkehr und Wasser im Keller waren weitere Sorgen. Daran ändert auch nichts, dass der ursprüngliche Plan um ein Gebäude reduziert und ein paar ihrer Einwände in den Plänen berücksichtigt wurden. Als das Oberverwaltungsgericht Münster 2017 ihren beantragten Baustopp ablehnte, zog sich die Bürgerinitiative zurück und damit auch alle schwebenden Klagen und Einsprüche.

Kosten von 15 Millionen Euro

„Wir haben alle Umweltauflagen erfüllt“, sagte Hans Zaunmüller. Der Teich sei auch für die neuen Anwohner tabu, außerdem werde das Biotop professionell gepflegt und betreut, die Kosten dafür werden auf die Wohnungseigentümer umgelegt. Laut Zaunmüller wurden über 30 Gutachten von Ingenieurbüros erstellt, um alle gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, auch in Bezug auf den Lärm- und Schallschutz. Regenwasser von den Dächern wird dem See zugeführt, das Wasser von den Terrassen und Balkonen fließt in die Kanalisation. „Es könnte ja sein, dass die mit chemischen Mitteln gereinigt werden“, sagte Zaunmüller zur Begründung.

In der Tiefgarage stehen 32 Stellplätze, für Gäste elf Außenstellplätze zur Verfügung. Außerdem erhält die Wohnanlage eine Ladestation für Elektroautos und vier Ladestationen – eine pro Haus – für E-Bikes. Der Bau liegt laut Zaunmüller im Zeitplan. Derzeit stehen noch der Innenausbau und die Gestaltung der Fassaden sowie des Außenbereichs an.

Rund 15 Millionen Euro kostet das gesamte Projekt. 270.000 bis 800.000 Euro mussten die neuen Eigentümer für ihre Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen 63 und 165 Quadratmetern zahlen.