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Neues Amt in Siegburg verbindet Umwelt und Wirtschaft

Leiter tritt Dienst an : Neues Amt in Siegburg verbindet Umwelt und Wirtschaft

Umwelt und Wirtschaft gehören für Siegburgs Bürgermeister Stefan Rosemann zusammen. Deswegen hat er sie in seiner Verwaltung in einem neuen Amt vereint. Das hat mit Ole Erdmann seit Februar auch einen Leiter.

Viel Zeit zum Einarbeiten blieb Ole Erdmann nicht. Kaum hatte der Leiter des neu geschaffenen Amtes für Umwelt und Wirtschaft in der vergangenen Woche in Siegburg seinen Dienst angetreten, da warteten schon die ersten politischen Gremien auf ihn: gleich am ersten Arbeitstag der Wirtschaftsförderungsausschuss, zwei Tage später dann der Umweltausschuss. Damit war der 42-Jährige direkt mittendrin und nah bei den Themen, die die Kreisstadt aktuell bewegen. Der attestiert er eine gute Vorarbeit, viele ambitionierte Ziele und gutes Potenzial in den Feldern Umwelt und Wirtschaft. „Ich freue mich, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen“, sagte Erdmann am Dienstag bei seiner Vorstellung.

Die Ämter Umwelt und Wirtschaft in einem neuen Amt zu vereinen, hatte Bürgermeister Stefan Rosemann schon im vergangenen Mai angekündigt. Er sei davon überzeugt, dass Klimaschutz und Wirtschaft nicht voneinander zu trennen seien und enorme Zukunftsrelevanz besitzen, hatte er im GA-Interview gesagt. Die Leitung des in seinem Dezernat angesiedelten Amtes wollte er eigentlich der damaligen Co-Dezernentin Ulla Thiel übergeben. Nachdem die aber von der Kreisstadt zum Rhein-Sieg-Kreis gewechselt ist und dort die Leitung der neuen Stabsstelle für Wiederaufbau übernommen hat, musste er die Stelle neu ausschreiben. „Da es um ein wichtiges Amt für die zukünftige Arbeit der Verwaltung ging, haben wir die Politik ins Bewerbungsverfahren eingebunden“, sagte Rosemann. Er sei froh, in Ole Erdmann nun den passenden Mann gefunden zu haben.

Wirtschaft und Klimaschutz sind die Themen des 42-Jährigen, der in Köln, Marburg und Salamanca Volkswirtschaftslehre studiert hat. Ob als Projektmanager bei der Bonner Gesellschaft für Zusammenarbeit, in der Wirtschaftsförderung der metropoleruhr GmbH oder bei der Region Köln/Bonn, er habe in seinen verschiedenen beruflichen Stationen gelernt, die Bereiche zunehmend zusammen zu denken, sagt er. Auch und vor allem bei seiner letzten Station. Seit 2015 war Erdmann Referent für Wirtschaft, Energie, Industrie, Klimaschutz und Landesplanung der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf. „Siegburg ist als Stadt sehr spannend“, beschreibt er, was ihn zum Wechsel in die Kreisstadt bewogen hat. Sie liege mitten in einer dynamischen Region, sei eine Einkaufs- und Kongressstadt. „Es ist sichtbar, dass sich alle um neue Impulse bemühen“, so Erdmann.

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz zählt er die für ihn entscheidenden Faktoren für positive Entwicklungen auf. Die Herausforderung sei, auf dem Weg alle mitzunehmen. „Klimaschutz bringt auch neue Arbeitsplätze und damit eine wirtschaftliche Dynamik mit sich“, hebt er hervor. Energetische Sanierungen kosteten indes auch Geld. „Wir müssen uns darum kümmern, auch Privatleuten alle Fördermöglichkeiten aufzuzeigen“, sagt Erdmann. Einen Weg sieht er etwa darin, die Idee des Klimaquartiers noch einmal neu anzugehen und das auf dem Brückberg initiierte Projekt auch auf andere Stadtteile zu übertragen. „Vieles wird nur im Verbund zu lösen sein“, ist Erdmann überzeugt.

Stärkung der Innenstadt

Auch die Entwicklung der Innenstadt steht auf der Liste des Mannes, der mit seiner Frau und seiner Tochter in Köln lebt. „Wir müssen schauen, wo wir Gastronomie und Einzelhandel da noch weiter unterstützen können“, sagt er. Die Entscheidung, ihnen auch in diesem Jahr noch einmal die Sondernutzungsgebühren zu erlassen, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Auch Handwerks- und Gewerbebetriebe sollen in den Fokus rücken, dem Haufeld und dem geplanten Gewerbegebiete Zange 2 kämen  dabei wichtige Rollen zu.

Für alle seine Aufgaben erhält Ole Erdmann in den nächsten Wochen noch weitere personelle Verstärkung in seinem Amt. Im April beginnt die neue Leiterin des Umweltamtes, das Klimaschutzmanagement soll verstärkt werden und spätestens im Sommer soll auch die Leitung der Wirtschaftsförderung neu besetzt sein.