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Trinkwasser in der Region: Niedriger Pegel der Talsperre kein Grund zur Sorge

Trinkwasser in der Region : Niedriger Pegel der Talsperre kein Grund zur Sorge

Die Wahnbachtalsperre ist aktuell nur zu 62 Prozent gefüllt. Dem Trinkwasser für 800.000 Menschen wird immer auch Grundwasser zugefügt.

Wer derzeit auf der Staumauer der Wahnbachtalsperre in Siegburg steht, wundert sich über den niedrigen Wasserstand. Nach wochenlangem Winterwetter hätte man mehr erwartet. Die Talsperre ist aktuell zu 62,2 Prozent gefüllt, Anfang Januar waren es 59,3 Prozent – Tendenz steigend. Gegenüber dem Vorjahr ist der derzeitige Wasserstand deutlich geringer. „Im Vergleich zum Stand vor zwei Jahren aber ähnlich“, sagt Melanie Gödtner vom Wahnbachtalsperrenverband (WTV).

Auch das Bundesumweltamt beruhigt: bisher gebe es in Deutschland flächendeckend keinen „Wasserstress“, heißt es auf der Internetseite. Wasserstress bedeutet, dass die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20 Prozent des langjährigen mittleren Wasserdargebots beträgt.

Nach Aussage der WTV-Pressesprecherin beginnt das Wasserwirtschaftsjahr im November und ist aufgeteilt in das Winterhalbjahr von November bis April und das Sommerhalbjahr von Mai bis Oktober. „Das wasserwirtschaftliche Winterhalbjahr ist in der Regel niederschlags- und vor allem deutlich abflussintensiver“, erkärt Gödtner. Die Speicher der Talsperre füllten sich in dieser Zeit wieder. In diesem Winter waren indes die Niederschläge vom November und Dezember 2020 unterdurchschnittlich gering, so dass der Talsperrenpegel bisher nur geringfügig ansteigen konnte.

„Daher haben wir bereits im Dezember vorsorglich die Rohwasserentnahme aus der Talsperre reduziert und die aus den Grundwasserwerken erhöht“, so die WTV-Sprecherin. In solchen Situationen bewähre sich der durch das Trinkwasserverbundsystem des WTV gegebene Verbund zwischen Grundwassernutzung aus dem Wasserwerk in Meindorf und dem Brunnen in Hennef und Oberflächenwasser aus der Talsperre. Das Trinkwasser wird als Mischwasser abgegeben.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Talsperrenfüllstand bis zum Sommerhalbjahr soweit erholen wird, dass wir wieder uneingeschränkt auf die Rohwasserressource der Talsperre zurückgreifen können“, beruhigt Gödtner. Der aktuelle Staupegel liegt bei 115,32 Meter, der Stauinhalt beträgt 25,459 Millionen Kubikmeter. Gemäß dem Umweltbundesamt war im vergangenen Jahr besonders der April ein Dürre-Monat, auch Mai und Juli waren deutlich zu trocken, während der Juni seine übliche Wassermenge erreichte.

Insgesamt geht das Jahr 2020 laut dem Deutschen Wetterdienst nach 2018 als das zweitwärmste Jahr in die langjährigen Wetterbeobachtungen ein. Zudem war 2020 sonnenscheinreich und das dritte zu trockene Jahr in Folge.