Photovoltaik auf dem Schwimmbaddach Oktopus-Bad in Siegburg nutzt eigenen Solarstrom

Siegburg · Für die Wassertemperatur in seinem Freibad setzt das Oktopus in Siegburg seit ein paar Jahren auf eine Solarthermie-Anlage. Jetzt erzeugt es mit einer neuen Photovoltaik-Anlage zusätzlich seinen eigenen Strom.

 Mit Blick auf den Michaelsberg: Till Cremer (v.l.), Andreas Roth, Mladen Malinovic, Michael Nagel und Thomas Beckers weihen die neue Photovoltaikanlage des Oktopus ein.

Mit Blick auf den Michaelsberg: Till Cremer (v.l.), Andreas Roth, Mladen Malinovic, Michael Nagel und Thomas Beckers weihen die neue Photovoltaikanlage des Oktopus ein.

Foto: rhenag

Die Freibadsaison hat das Oktopus in Siegburg schon im Mai eingeläutet, doch bislang zeigt sich das Wetter nicht wirklich sommerlich: Es fehlt an beständigem Sonnenschein. Den braucht es in Siegburg auch, um die Wassertemperaturen, die aktuell bei 19 Grad liegen, zu erhöhen. Denn seit ein paar Jahren sorgt eine Solarthermieanlage im Oktopus-Freibad für Warmwasser. Sie hat jetzt einen Partner an die Seite bekommen: Eine neue Photovoltaik-Anlage verwandelt auf dem Schwimmbaddach Sonnenstrahlen in Strom und versorgt das Bad mit Solarstrom.

Seit vergangener Woche ist die Anlage auf dem Flachdach des Schwimmbads in Betrieb. Mit Blick auf den Michaelsberg produzieren ihre 225 Module voraussichtlich rund 85.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr. Das entspricht fast zehn Prozent des jährlichen Strombedarfs im Oktopus, wie Andreas Roth, stellvertretender Vorstand der Siegburger Stadtbetriebe erklärte. Dieser liege bei rund einer Million Kilowattstunden im Jahr.

Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation von drei Siegburger Unternehmen: die Stadtbetriebe als Schwimmbad-Betreiber, die rhenag und die gemeinsame Ökostromtochter energy4u. Gemeinsam wolle man die Energiewende in der Kreisstadt vorantreiben, teilen die Projektpartner mit. Die Rhenag hat die Dachfläche von den Stadtbetrieben gepachtet und die Anlage darauf als Flachdachsystem mit Ost-West-Ausrichtung errichtet. Sie erbringt laut rhenag eine Spitzenleistung von 93,37 Kilowatt/Peak. Die energy4u übernimmt den Betrieb.

„Die große Stärke dieses Siegburger Photovoltaik-Projekts ist es, dass der erzeugte Sonnenstrom komplett im Objekt genutzt wird“, sagte rhenag-Vorstand Till Cremer bei der Vorstellung der Anlage. Ein möglichst hoher Eigenverbrauch sei ein „zentrales Qualitätskriterium für Sonnenstromprojekte“. Dieses Kriterium erfülle die neue Anlage. Damit leiste sie einen wichtigen Beitrag zur CO2-Reduktion in der Kommune. Andreas Roth, der auch Geschäftsführer der energy4u ist, freute sich darüber, dass der Ökostrom, direkt vor Ort produziert wird.

Hallenbad wird im Sommer 2025 saniert

Während das Freibad in den vergangenen Jahren aufwendig saniert worden ist, steht im kommenden Jahr nun im Hallenbad eine Sanierung an. Das Schwimmerbecken muss erneuert werden. 16 Jahre nach der letzten Sanierung weisen Fugen und Keramik Auswaschungen und Risse auf, das Becken ist dadurch in Teilen undicht und einige Beläge fallen ab. Von der ersten Idee, das Becken analog zum Freibad mit Folie auszukleiden, rät der Fachplaner inzwischen allerdings ab: Sie sei nicht die richtige Variante für das Hallenbad. Er rät stattdessen zum Einbau einer Edelstahlwanne. Die Politik wollte sich noch nicht festlegen und bat das Büro, zunächst mit den angedachten Varianten weiter zu planen. Ein Termin für die Sanierung steht indes schon fest: Er soll in der Freibadsaison 2025 erfolgen.