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Polizei Siegburg informiert über Diebstahl auf dem Mittelaltermarkt

Polizei Siegburg informiert : So können Sie sich vor Taschendieben schützen

Die Polizei informiert auf dem Siegburger Mittelaltermarkt, wie sich Besucher vor Taschendieben schützen können. Beim Aktionstag haben die Beamten Warnglöckchen verteilt.

Im dichten Gedränge auf dem Mittelaltermarkt reicht mitunter nur ein einziger unaufmerksamer Moment – und das Smartphone oder die Geldbörse sind aus der Hosentasche gestohlen. Damit Taschendiebe es aber nicht ganz so leicht haben, hat die Kreispolizeibehörde am Donnerstag einen Aktionstag auf dem Siegburger Weihnachtsmarkt veranstaltet. Die Beamten verteilten Glöckchen und Flyer an Besucher, um diese für Taschendiebstahl zu sensibilisieren.

„Auf dem Mittelaltermarkt haben Diebe gute Voraussetzungen“, sagte Kriminaldirektor Dirk Schuster vor Ort. Der Markt liege nah zum Bahnhof, sei gut besucht und biete Ablenkung an beinahe jeder Ecke. Die Täter gehen laut Schuster oftmals in Gruppen vor. „Einer lenkt ab, der Zweite begeht den Diebstahl, und der Dritte verschwindet mit der Beute“, erklärte der Kriminaldirektor. Eine Aufklärung des Vorfalls sei dann besonders schwierig für die Polizei.

Glöckchen machen auf Diebstahl aufmerksam

Aktuell verzeichnet die Kreispolizeibehörde elf Taschendiebstähle auf dem Siegburger Weihnachtsmarkt. Auf das gesamte Jahr bezogen gehen die Fallzahlen seit mehreren Jahren zurück. Registrierte die Polizei im Jahr 2016 noch 781 Taschendiebstähle im Rhein-Sieg-Kreis, so lag die Zahl 2018 bei 371. Die Prognose für 2019 sieht einen weiteren Rückgang voraus.

Um es Taschendieben grundsätzlich so schwer wie möglich zu machen, gab Kriminalhauptkommissar Michael Kröll auf dem Weihnachtsmarkt einige Tipps: Wertgegenstände gehören nah an den Körper und in verschließbare Taschen. Im Winter können dies etwa Jackentaschen mit Reißverschluss sein, im Sommer sollten Handys und Geldbörsen in den vorderen Hosentaschen getragen werden. „Das Smartphone gehört auf keinen Fall in die Gesäßtasche“, betonte Kröll. Grundsätzlich gehören Rucksäcke und Handtaschen gut verschlossen. Im Gedränge sollten diese vor dem Körper getragen werden oder – je nach Größe – gar unter der Jacke oder dem Mantel verschwinden.

Erste Erfolge gegen Taschendiebstähle durch Vorbeugung

„Das Thema Taschendiebstahl beschäftigt die meisten Menschen oft erst, wenn sie davon betroffen sind“, sagte Pressesprecher Stefan Birk beim Aktionstag. Dass die Diebe Bargeld stählen, sei dabei aber keineswegs das Schlimmste. „Viel stärker bewegt die Opfer, dass sie etwa mit ihrem Smartphone auch persönliche Erinnerungen verlieren“, sagt Birk. Zum Beispiel Fotos aus dem vergangenen Urlaub oder Bilder von Freunden und der Familie. Ebenso ärgerlich sei der Verlust von Ausweisen, Führerscheinen oder Kreditkarten. Diese neu zu besorgen, könne im schlechtesten Fall mehrere Hundert Euro kosten.

Die Aufklärungsarbeit gegen Taschendiebstahl scheint zu funktionieren. Zumindest auf dem Mittelaltermarkt in Siegburg. Besucherin Charlotte Kemper lobte die Arbeit der Polizei. Als sie von Pressesprecher Birk auf ihren offenen Rucksack angesprochen wurde, erwiderte sie: „Das habe ich mit Absicht gemacht. Ich wollte Sie provozieren.“

Dann zeigte sie, dass sie ihr Geld sicher in der Innentasche ihres Mantels verstaut hat. „Ich weiß schon, wie das mit den Dieben funktioniert“, sagte sie mit einem zufriedenen Lächeln. Gelernt habe sie das tatsächlich auf dem Weihnachtsmarkt – und zwar bei einem Gespräch mit der Polizei.