Freispruch für 38-jährigen Siegburger DNA-Spuren reichten nicht als Beweis

Siegburg · Die Polizei hatte DNA des Angeklagten an einem Zigarettenstummel im Fahrzeug gefunden. Das reichte dem Richter aber nicht, um den Siegburger wegen Diebstahls zu verurteilen.

Wegen Autodiebstahls musste sich ein 38-Jähriger Siegburger vor dem Amtsgericht verantworten.

Wegen Autodiebstahls musste sich ein 38-Jähriger Siegburger vor dem Amtsgericht verantworten.

Foto: Ralf Klodt

Wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall musste sich ein 38-Jähriger vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten. Er soll laut Anklage im Juli 2022 ein Fahrzeug entwendet haben, das er unverschlossen auf einem Parkplatz in der Kreisstadt aufgefunden hatte. Der Geschädigte gab an, dass wohl ein Freund den Zündschlüssel im Fahrzeug gelassen habe, als der etwas ins Auto gebracht habe. Er selbst hatte nur den Diebstahl des Fahrzeugs bemerkt, nicht aber den Angeklagten darin wegfahren sehen, wie er erklärte.

Angeklagter hat keinen Führerschein

Auf die Spur des Angeklagten war die Polizei anhand einer DNA-Spur gekommen. Diese hatten die Beamen an einem Zigarettenstummel im Aschenbecher des Autos sichergestellt, nachdem das Fahrzeug mithilfe einer App in der Nähe des Wohnsitzes des Angeklagten geortet worden war. Der 38-Jährige räumte ein, in dem Fahrzeug gesessen, es aber nicht entwendet zu haben, zumal er keinen Führerschein besitze und auch nicht fahren könne. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah den einschlägig vorbestraften Mann wegen des DNA-Nachweises der Täterschaft überführt – auch deswegen, weil es keine Anzeichen für einen Komplizen oder anderen Täter gebe. Er forderte daher sechs Monate Haft ohne Bewährung. Anders beurteilte Richter Herbert Prümper den Fall: Ihm reichte der DNA-Nachweis nicht. Denn sowohl ein Fahrer als auch ein Beifahrer hätte den mittig angebrachten Aschenbecher nutzen können. Es sei nicht zu klären, ob der Angeklagte alleine oder ein unbekannter Mittäter das Fahrzeug gelenkt habe, und sah keine andere Möglichkeit als den Angeklagten freizusprechen.

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