Gefälschte Arzt- und Therapierechnungen Troisdorfer betrog seine Krankenkasse 131-mal

Troisdorf/Siegburg · Über vier Jahre lang betrog ein 45-Jähriger aus Troisdorf seine private Krankenkasse, indem er gefälschte Arzt- und Therapierechnungen zur Erstattung einreichte. Nun wurde der Mann verurteilt.

Das Amtsgericht in Siegburg verhandelte den Fall des Kassenbetrugs.

Das Amtsgericht in Siegburg verhandelte den Fall des Kassenbetrugs.

Foto: Ralf Klodt

Über vier Jahre hat es gedauert, bis ihm seine Krankenversicherung auf die Schliche kam. Jetzt verurteilte ein Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Herbert Prümper am Siegburger Amtsgericht einen 45-jährigen Troisdorfer zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten wegen gewerbsmäßigen Betruges in 131 Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte räumte alle Taten vollumfänglich ein.

In schwieriger Lebenssituation

Zwischen 2017 und 2021 hatte er laut Anklage insgesamt 131 gefälschte Arzt-, Labor- und Therapierechnungen für sich selbst erstellt und diese bei seiner privaten Krankenversicherung zur Erstattung eingereicht. Bei der Versicherung entstand dadurch ein Gesamtschaden von rund 70.000 Euro. Der Mann gab an, sich zur Tatzeit in einer schwierigen Lebenssituation befunden und an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten zu haben, die auf Kindheitserlebnissen beruhe. Außerdem sei er medikamentenabhängig gewesen, mittlerweile aber von der Sucht befreit. Ein Gutachter kam allerdings zu dem Schluss, dass diese Belastungsstörung sicher nicht zu einer mangelnden Einsichtsfähigkeit oder sogar Schuldunfähigkeit beim Angeklagten geführt habe.

„Hohe kriminelle Energie“

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft attestierte dem Angeklagten eine „hohe kriminelle Energie“ über einen sehr langen Zeitraum und sah auch das Tatbestandsmerkmal der „Gewerbsmäßigkeit“ als gegeben. Denn der Mann habe mit seinen Taten seine Medikamentensucht und seinen Lebensunterhalt auf Dauer finanzieren wollen.

Zu Lasten des Angeklagten spreche der hohe Schaden, den er angerichtet und den die Allgemeinheit zu tragen habe. Zugunsten des Angeklagten spreche sein Geständnis und dass er nicht vorbestraft sei. So sah es auch das Gericht, das außerdem darauf verwies, dass die Taten lange zurückliegen und der 45-Jährige seitdem nicht mehr straffällig geworden sei. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Gericht stellten ihm eine positive Sozialprognose aus und rechtfertigten damit eine Bewährungsstrafe trotz der Schwere der Taten.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
Die Trauer ist unberechenbar
Witwen und Witwer am Valentinstag Die Trauer ist unberechenbar