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Rathaus Siegburg: Sanierung soll 31,7 Millionen Euro kosten - Schätzung

Schätzung für Bauprojekt : Sanierung des Siegburger Rathauses kostet 31,7 Millionen Euro

Planer haben eine erste Kostenschätzung für den Umbau des Siegburger Rathauses vorgelegt. Sie gehen von 31,7 Millionen Euro aus. Einige Aspekte sind darin aber noch nicht enthalten.

Zahlen haben in den vergangenen Jahren immer wieder einmal im Raum gestanden, wenn es um die Zukunft des Siegburger Rathauses ging. Bislang waren es allerdings stets erste, grobe Kostenermittlungen. Ende 2018, als die Siegburger sich in einem Ratsbürgerentscheid für die Sanierung ihres Verwaltungssitzes ausgesprochen haben, war von rund 22,3 Millionen Euro die Rede. Inzwischen hat das Projekt die Stufe der Vorplanung erreicht und ist damit reif für eine erste Kostenschätzung. Die legte das Projektsteuerungsbüro BOS am späten Mittwochabend dem Sanierungsausschuss Rathaus vor. Demnach schätzen die Planer die Sanierungskosten derzeit auf 31,7 Millionen Euro.

„In diesen Kosten sind einige Aspekte noch nicht enthalten“, sagte Niclas Reinhard von BOS. So fehlen etwa Kosten für das Rechenzentrum sowie Umzugs- und Interimskosten, die entstehen wenn ab Anfang 2021 alle Mitarbeiter für die Bauphase aus ihren Büros ausziehen müssen. „Das sind gesonderte Projekte der Verwaltung“, erklärte Reinhard, warum sie nicht in seiner Kostenschätzung auftauchen. Noch ausstehende politische Entscheidungen könnten die Kosten auch noch einmal erhöhen.

An eben diesen Entscheidungen hängt laut Reinhard auch der Zeitplan. Wie berichtet, sollen die Sanierungsarbeiten im Januar 2021 beginnen und im Sommer 2023 abgeschlossen sein. „Wir haben momentan einen Verzug von vier Wochen“, sagte Reinhard. Das könne auf die gesamt Bauzeit gesehen noch kompensiert werden. Möglichst schnell brauchen er und seine Kollegen nun aber wegweisende Entscheidungen für die weitere Planung. „Sonst steigt die Verzögerung um weitere acht Wochen.“

Politik nimmt weitere zeitliche Verzögerungen in Kauf

Diese Entscheidungen gab die Politik ihm am Mittwoch allerdings nur für Photovoltaikanlagen, die auf den Gebäudeteilen A und B sowie auf dem Dach des Sitzungssaales realisiert werden sollen, und die Nutzung von Regenwasser. Bei der Frage nach Geothermie wollten die Fraktionen sich noch nicht festlegen, entschieden, das Thema weiter zu verfolgen – und nahmen damit zeitliche Verzögerungen und weitere Kostensteigerungen in Kauf. Die CDU setzte zudem gegen die Stimmen von SPD und Grünen und bei Enthaltung der Linken einen Vertagungsantrag zur Frage nach der Spitzenkühlung durch. Deren Fraktionschef Jürgen Becker bat die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung um eine Übersicht, an wie vielen Tagen die Temperaturen im Rathaus über 34 Grad Celsius liegen.

„Es ist schwierig, den nicht durchgeplanten Stand einer Machbarkeitsstudie mit dem Stand der Vorplanung zu vergleichen“, hielt die technische Beigeordnete Barbara Guckelsberger mit Blick auf die Kostenschätzung fest. Die vorliegenden Zahlen seien nun die Basis für weitere Kostenermittlungen. „Von einer preiswerten Sanierung ist nichts übrig geblieben“, kommentierte Jürgen Becker (CDU). Seine Partei hatte sich vor dem Ratsbürgerentscheid nicht auf Neubau oder Sanierung festgelegt. „Bei einem Neubau wären die Kosten genauso gestiegen“, hielt Michael Keller (SPD) dagegen. Die Stadt bekäme dafür aber auch ein anderes Rathaus als 2018. Einig waren sich die Fraktionen darin, am Staffelgeschoss festzuhalten. Die Grünen hatten es zuletzt mit Blick auf Homeoffice und neue Arbeitsformen in Frage gestellt.