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Rathaus Siegburg: Sanierung wird teurer - Vorentwurf abgesegnet

Kosten werden steigen : Sanierung des Siegburger Rathauses wird teurer

Die Politik in Siegburg hat den überarbeiteten Vorentwurf für die Sanierung des Rathauses abgesegnet. Eine Kostenschätzung will die Verwaltung bis Ende August vorlegen. Klar ist schon: Es wird teurer.

Es ist der nächste Schritt auf dem noch immer langen Weg hin zu einem sanierten Siegburger Rathaus: Architekt Klaus H. Petersen präsentierte dem Sanierungsausschuss Rathaus am Donnerstagabend seine überarbeitete Vorentwurfsplanung – und stieß damit auf positive Reaktionen. Das mit der Rathaussanierung beauftragte Planungsbüro Petersen Pörksen Partner hatte im Mai seine Vorentwurfsplanung präsentiert. In der Folge einigten sich die Fraktionen mehrheitlich auf einige Änderungswünsche, die Petersen nun eingearbeitet hat. Laut ihm ist die überarbeitete Fassung mit der Verwaltung, den Fachplanern und Architekt Peter Busmann abgestimmt. Der hat das Gebäude vor 58 Jahren entworfen und daher das Urheberrecht daran.

Auch die Siegburger Politik zeigte sich zufrieden mit dem aktuellen Planungsstand. CDU-Fraktionschef Jürgen Becker lobte die gelungene Umsetzung und die „innere Anordnung“ der verschiedenen Räume, Dieter Thiel (Grüne) nannte es ein sehr „luftiges Gebäude“, und Michael Keller (SPD) sprach davon, dass das Rathaus aufgewertet würde und die Aufteilung „der öffentlichen und nicht öffentlichen Bereiche gut gelöst“ sei.

Rathaus Siegburg: Grüne zweifeln zusätzliche Etage

Obwohl sich die Fraktionen noch im Juni im Haupt- und Finanzausschuss mit großer Mehrheit für eine zusätzliche Etage als Staffelgeschoss ausgesprochen hatten, äußerte Hans-Werner Müller (Grüne) nun Bedenken. Das Staffelgeschoss sei unter Umständen überflüssig, wenn sich der Raumbedarf im Hinblick auf Homeoffice und Arbeitsplatzteilung reduziere. „Eine Aufstockung ist nur sinnvoll, wenn sie auch nötig ist“, stellte er fest. Schließlich seien mit der Aufstockung erhebliche Kosten verbunden. Daher forderten die Grünen die Verwaltung auf, entsprechende Zahlen zu ermitteln.

Wenig Verständnis für die neuerliche Diskussion zeigte Jürgen Becker, der darauf hinwies, dass die Aufstockung wesentlicher Bestandteil des Ratsbürgerentscheids von 2018 gewesen sei, für den die Grünen selbst geworben hätten. Siegburgs Co-Dezernent Bernd Lehmann hält leer stehende Rathausräume für unwahrscheinlich, zumal die Personal­entwicklung nicht absehbar sei. Wie viele Mitarbeiter, wie viele Fraktionen und Ratsmitglieder demnächst untergebracht werden müssten, könne niemand sagen. „Sollten nicht alle Räume genutzt werden, werden wir aber eine andere Verwendung finden“, sagte Lehmann.

Rathaus Siegburg: Neue Fassade geplant

Klaus H. Petersen stellte auch seine Pläne für die Rathausfassade vor. Diese bestehe zu 53 Prozent aus Fenstern und sei zu 47 Prozent geschlossen. Dabei sei zu beachten, „dass es sich um eine Sanierung und nicht um einen Neubau handelt. Das Gebäude darf seine historische Authentizität nicht verlieren“, mahnte er an. Daher müsse das vorhandene Raster für die Fassadenstruktur eingehalten werden. Weitere Vorgabe sei eine optimale Tageslichtausbeute für Arbeitsplätze und Nebenflächen. In Bezug auf die Kosten seien Vorfertigung, Elementierung und schnelle Bauzeit maßgeblich. Über dem Eingangsbereich und den Sälen möchte Petersen Akzente in der Fassade setzen.

Momentan bestehen die Fassadenelemente aus Flusskiesel, die sehr schmutzanfällig sind. Rathaus-Architekt Peter Busmann räumte in der Sitzung ein, dass er aus diesen Gründen das Material heute nicht mehr verwenden würde. „Aber auf jeden Fall ein Material mit der gleichen, hellen und heiteren Anmutung“, sagte er. Petersen empfahl Textilbeton in verschiedenen Varianten. Die Entscheidung liegt nun bei der Politik. Die war sich einig, dass sie noch vor der Kommunalwahl erneut zusammenkommen will – um möglichst wenig Zeit bei der weiteren Planung zu verlieren und zeitnah mit der Sanierung beginnen zu können.

Eine Kostenschätzung will die Verwaltung bis Ende August vorlegen. Fest steht aber schon jetzt, dass die Kosten gegenüber der Einschätzung aus dem Jahr 2017 steigen werden. Busmann nutzte die Gelegenheit, um den Siegburgen für ihr Ja zum Erhalt seines Rathauses zu danken. Petersen vertraue er, in seinem Sinne zu handeln.