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Razzia in Siegburg, Troisdorf und Sankt Augustin: Illegales Glücksspiel

Neun Objekte durchsucht : Ermittler heben illegale Glücksspiel-Treffpunkte in der Region aus

Insgesamt neun Objekte hat die Polizei am frühen Sonntagmorgen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn durchsucht. Es gab Hinweise auf illegales Glücksspiel. Dabei haben sie Spielautomaten, Bargeld und Vermögenswerte beschlagnahmt und gepfändet.

In einer groß angelegten Aktion ist die Polizei am Sonntagmorgen gegen illegales Glücksspiel in der Region vorgegangen. Rund 250 Kräfte von SEK, Polizeihundertschaft und Kriminalpolizei durchsuchten dazu in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft insgesamt neun Objekte in Siegburg, Sankt Augustin, Troisdorf und Bonn. Dabei haben sie mehrere illegale Glücksspiel-Treffpunkte ausgehoben und Spielautomaten, Bargeld und Vermögenswerte beschlagnahmt. Im Fokus stünden sechs Verdächtige, die illegale Glücksspiele organisiert haben sollen, bei denen an einzelnen Tagen jeweils mehrere zehntausend Euro umgesetzt worden seien.

Durchsucht wurden Gaststätten, Vereinsräume und Wohnungen, unter anderem an der Kaiserstraße in Siegburg. Bevor die Ermittler der Kriminalpolizei die Örtlichkeiten inspizieren konnten, stürmten Beamte eines Spezialeinsatzkommandos gegen 5 Uhr die Objekte. „Es gab Hinweise, dass Verdächtige bewaffnet sein könnten“, erklärte der Sprecher der Bonner Polizei, Robert Scholten, auf Nachfrage des GA das Vorgehen.

Beschlagnahmt wurden gleich mehrere Spieltische und Automaten, die in einem großen Lastwagen der Polizei abtransportiert wurden. Jene Spieltische, die nicht sichergestellt werden mussten, wurden noch vor Ort durch Polizisten zerstört, um meine weitere Nutzung zu verhindern. In einer Wohnung wurden auch Drogen gefunden.

Bei der Razzia in Siegburg an der Kaiserstraße wurden in einem großen Bus der Polizei mindestens 20 Personen, die in den durchsuchten Objekten angetroffen wurden, in Handfesseln befragt. Durchsucht wurden zudem mehrere Fahrzeuge, die vor den Objekten geparkt waren. Im Einsatz waren auch Diensthunde der Polizei. In Sankt Augustin war ein Spielverein im so genannten Kaiserbau an der Mittelstraße im Visier der Ermittler. Mindestens zwei Männer wurden dort von der Polizei offenbar vorläufig festgenommen.

Bei der Razzia sei auch weiteres Glücksspielzubehör beschlagnahmt worden. Im Fokus der Ermittlungen stünden sechs Tatverdächtige im Alter von 36 bis 46 Jahren. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen seien Beweismittel und Bargeld in Höhe von 40.000 Euro eingezogen worden. Darüber hinaus hätten Staatsanwaltschaft und Polizei Vermögenswerte von mehreren Hunderttausend Euro, teils in Form von Immobilien, gesichert.

17 weitere Personen seien zudem überprüft worden. Gegen sie laufen nun verschiedene Strafanzeigen wegen Veranstaltung von oder Teilnahme an illegalen Glücksspielen.

Den Durchsuchungen waren umfangreiche und monatelange Ermittlungen vorausgegangen. Dabei habe sich der Verdacht erhärtet, dass die sechs Verdächtigen in den nun angegangenen Betrieben fortlaufend, gemeinsam und gewerbsmäßig illegale Karten-, Würfelspiele und Automatenspiele organisiert haben.

Den massiven Kräfteeinsatz erklärte Scholten damit, dass es überregionale Bezüge in dem Verfahren gebe. „Alles hat aber reibungslos geklappt und wir sind auf keinerlei Gegenwehr gestoßen“, sagte der Polizeisprecher weiter. Die Ermittlungen dauern an.