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Kommentar zur Gewalt gegen Polizisten: Respekt wiederfinden

Kommentar zur Gewalt gegen Polizisten : Respekt wiederfinden

Man kann Respekt verlieren, aber kann man ihn auch wiederfinden? Im Bezug auf Retter und Helfer wäre es dringend nötig, sich auf frühere Tugenden zu besinnen, meint Bettina Köhl.

Man kann Respekt verlieren, aber kann man ihn auch wiederfinden? Im Bezug auf Retter und Helfer wäre es dringend nötig, sich auf frühere Tugenden zu besinnen. Wer sich bei Blaulichteinsätzen um Menschen in Not kümmert, hat höchsten Respekt verdient. Das sollte selbstverständlich sein.

Man kann es kaum glauben, dass Gaffer ein Brandopfer filmen, das gerade reanimiert wird. Auch für Polizisten gehört es inzwischen zum Alltag, geschlagen, beleidigt und bespuckt zu werden. Feuerwehrleute müssen erst einen Sichtschutz an der Autobahn aufbauen, bevor sie Unfallopfer bergen können. Bei allen Vorfällen gilt: Tendenz steigend.

Es muss sich dringend etwas ändern. Fraglich ist nur, ob die Respekt-Kampagne, die die Rettungskräfte in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis gestartet haben, auch die Richtigen erreicht. Sie brauchen jetzt viele Unterstützer, die sich nicht nur den neuen Respekt-Autoaufkleber auf den Kofferraum pappen, sondern auch im Alltag Stellung beziehen. Die sich einmischen und signalisieren, dass es auch in ihrem Sinne ist, wenn Ordnungsdienst und Polizei, Feuerwehr und Sanitäter ihre Arbeit machen.

Die Übergriffe gegen Retter und Helfer ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten. Es lässt sich also keine Gruppe Schuldiger ausmachen. Das erschwert die Suche nach einer Lösung.