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Arbeiten in Siegburg abgeschlossen: Rhein-Sieg-Forum ist bereit für die Eröffnung

Arbeiten in Siegburg abgeschlossen : Rhein-Sieg-Forum ist bereit für die Eröffnung

Innerhalb von zwei Jahren haben die Siegburger Stadtbetriebe ihre Halle um 2500 Quadratmeter zum Rhein-Sieg-Forum erweitert. Dieses bietet jetzt auch Platz für Tagungen oder Kongresse. Wir haben uns noch vor der Eröffnung darin umgeschaut.

Noch liegt das Rhein-Sieg-Forum mitten in einer Baustelle. Die Arbeiten für seinen neuen Vorplatz bestimmen das Bild an der Bachstraße. Sehr zum Bedauern von Gerhard G. Feldmeyer. „So kann der Bau seine Wirkung noch nicht voll entfalten“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter des mit der Erweiterung beauftragten Büros HPP Architekten. Doch wer in das Innere der um 2500 Quadratmeter vergrößerten Siegburger Veranstaltungshalle tritt, vergisst die Baustelle draußen schnell. Nach zwei Jahren Bauzeit ist zwischen dem alten großen Saal und seinem neuen kleineren Bruder alles bereit für die offizielle Eröffnung am Samstag.

Bis dahin sind noch letzte Kleinigkeiten zu erledigen. Die Fenster rund um das neue Treppenhaus werden geputzt, an manchen Stellen stehen noch Leitern oder liegen Werkzeuge, die Beete und Töpfe im neuen Patio warten noch auf die Bepflanzung. An den Wänden finden sich Werke lokaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen. Ob Ines Hasenberg in Kooperation mit Christoph Hasenberg, Margareta Hesse oder Regina Heinz, sie alle haben Siegburg zum Sujet ihrer Arbeiten gemacht. „Wir sind gut durch die Baustelle gekommen“, sagt André Kuchheuser, Vorstand der Siegburger Stadtbetriebe – auch mit Blick auf das Budget: „Wir konnten die geplanten 10,23 Millionen plus zehn Prozent halten.“

Mehr kleinere Räume

Mehr kleinere, flexibel nutzbare Räume für Tagungen und Kongresse hatte sich Forums-Direktor Frank Baake im Grunde schon gewünscht, seit er 2010 nach Siegburg kam. Sechs solcher Räume präsentiert er nun beim Rundgang im zweiten Obergeschoss des Erweiterungsbaus, der das alte Gebäude an Höhe deutlich überragt. Von dort geben hohe Fensterfronten den Blick frei auf das gegenüberliegende Gymnasium Alleestraße und viel Grün. „Sie sind technisch für alles ausgestattet“, sagt André Kuchheuser. Im Zuge der Bauarbeiten sei auch der Bestand technologisch aufgerüstet worden.

Die Nachfrage sei groß, versichert Baake. Ende des Monats sei die erste Tagung gebucht, bis zum Jahresende folgten nach aktuellem Stand elf weitere Kongresse im Rhein-Sieg-Forum. Insgesamt stünden in diesem Jahr bislang 50 Veranstaltungen im Kalender des Forums. „Die Anfragen kommen sehr kurzfristig“, beschreibt Baake eine der wesentlichen Änderungen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat. Deswegen seien einige Anfragen rein terminlich nicht zu realisieren oder aber coronabedingt auch schlicht nicht möglich gewesen.

Einem geschwungenen S gleicht die Theke, die im großen Foyer im Erdgeschoss große und kleine Halle verbindet. Bei Bedarf lässt sich der Raum teilen, so dass jeder der Säle ein eigenes Foyer erhält. Auf eben diese Multifunktionalität haben die Architekten wert gelegt. „Wir wollten viele unterschiedliche Nutzungen auf einem einfachen Weg möglich machen“, erklärt Antonino Vultaggio. Der neue, kleine Saal könne auch das Foyer erweitern und dadurch stärker in Interaktion mit der Stadt treten. „Somit wird die Stadt zur Bühne und die Bühne zur Stadt.“

Neue Orte entstanden

Das Zusammenfügen von alter und neuer Halle zu einem Forum mit markanter, transparenter Struktur sei eine Herausforderung gewesen, gesteht der Architekt. Allein durch die zu überwindenden Höhenunterschiede. „Aber durch dieses Zusammenfügen sind auch neue Orte, neue Situationen entstanden“, so Vultaggio. So etwa der Innenhof, der zwischen dem großen Saal und der Konferenzetage liegt – und ebenfalls eine Option für kleinere Veranstaltungen bieten könnte.

Frank Baake will sein Rhein-Sieg-Forum nicht als rein funktionalen Bau verstanden wissen. „Die Enthobenheit vom Alltag, welche auch die Architektur zum Ausdruck bringt, soll den Menschen, sobald sie das Haus betreten, das Gefühl geben, an einem besonderen Ort zu sein“, erklärt er. Denn das sei das Anliegen seines Teams, Besuchern ein besonderes Erlebnis zu bieten. Als Haus der Siegburger und ihrer Gäste möchte Bürgermeister Stefan Rosemann das Rhein-Sieg-Forum verstanden wissen. „Ich habe große Hoffnung, dass die Siegburger ihr Forum annehmen“, sagt er auch mit Blick darauf, dass es rund um die Erweiterung viele kontroverse Diskussionen gegeben hat. Denn das Forum sei ein Ort für große Veranstaltungen und Kongresse und bleibe auch ein Ort, an dem die Siegburger feiern und sich besprechen könnten.

Diskussionen gab es auch um die Gestaltung des Vorplatzes. Die teils umstrittene Tribüne ist inzwischen schon vor dem großen Portal des Forums auszumachen. „Ende September werden die Arbeiten abgeschlossen sein“, sagt André Kuchheuser. Über die Städtebauförderung wird der Umbau zu 100 Prozent gefördert. „Im Moment steht die Pflasterung der Bachstraße bevor“, so der Stadtbetriebe-Vorstand. Ob mit Abschluss der Arbeiten an Straße und Vorplatz dann nach zwei Jahren auch wieder Autos und Linienbusse durch die Bachstraße fahren, ist noch offen. Die Entscheidung darüber trifft die Politik.

Das Rhein-Sieg-Forum öffnet am Sonntag, 20. Juni, allen Interessierten seine Türen. In der Zeit von 11 bis 16 Uhr gibt es kostenfreie Führungen durch den Erweiterungsbau. Anmeldungen sind auf www.rhein-sieg-forum.de möglich.