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Weniger Neuinfektionen: Rhein-Sieg-Kreis bereitet Öffnung des Bürgerservice vor

Weniger Neuinfektionen : Rhein-Sieg-Kreis bereitet Öffnung des Bürgerservice vor

„Nicht zu früh übermütig werden“, warnt Landrat Sebastian Schuster angesichts der Lockerungen der Corona-Auflagen. So plant er auch eine sorgsam abgewägte Öffnung der Verwaltung für Publikumsverkehr. Die Fallzahlen in den Kommunen gehen unterdessen zurück.

Die Lockerung der Corona-Beschränkungen sorgt dafür, dass auch auf den Straßen der Kreisstadt wieder mehr Leben herrscht. „Man darf nicht zu früh übermütig werden“, warnte Landrat Sebastian Schuster am Dienstag bei einer Telefon-Pressekonferenz. Es sei wichtig, dass die Reproduktionsrate nicht wieder ansteige. „Es ist noch zu früh zu bewerten, was die aktuellen Lockerungen bewirken.“

Das Siegburger Kreishaus und die Außenstellen bleiben weiterhin geschlossen, hinter den Kulissen laufen aber bereits die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Publikumsverkehrs.

Kontakt mit Bürgern nur unter Auflagen

Laut Schuster soll der persönliche Bürgerservice am Montag, 4. Mai, wieder anlaufen, allerdings nur mit Termin. Bürgerkontakt gibt es vor allem in den Straßenverkehrsämtern, im Ausländeramt und im Sozialamt.

Vor dem Kreishaus und an den Außenstellen wird laut Schuster ein Sicherheitsdienst den Zugang kontrollieren. Die Bürger sollen eine Terminbestätigung bekommen, die sie vorzeigen müssen. Termine sind ab Mai montags bis donnerstags zwischen 7.30 und 17.30 Uhr und freitags zwischen 7.30 und 13.30 Uhr möglich.

„Wir werden Auflagen wie den Mindestabstand erfüllen und Spuckschutzwände einrichten“, sagte der Landrat. Die Kantine im Kreishaus bliebe weiter für auswärtige Besucher geschlossen.

Mitarbeiter weiter im Homeoffice

Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben weiterhin die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. „Wir versuchen, mit Einschränkungen zu einem normalen Dienstbetrieb zurückzukommen“, sagte Schuster.

Kreisgesundheitsamtsleiter Rainer Meilicke berichtete über eine geringe Anzahl von Neuinfektionen: „Von Sonntag auf Montag verzeichneten wir nur vier neue Fälle. Das war der niedrigste Anstieg seit acht Wochen“, berichtete er.

Kein lokaler Schwerpunkt bei Corona-Neuinfektionen

„Die Neuinfektionen sind über das Kreisgebiet verteilt, es zeigen sich keine Cluster, die Sorgen bereiten würden.“ Das sei auch Folge der schärfsten Form des Shutdowns.

Die Zahl der Verstorbenen ist mit 15 in Sankt Augustin am höchsten, wo sich zahlreiche Bewohner und Mitarbeiter des Altenheims St. Monika mit Sars-CoV-2 infiziert hatten.

In Hennef, Königswinter, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth, Siegburg und Wachtberg ist bisher niemand an den Folgen von Covid-19 gestorben. Aktuell gilt in Ruppichteroth auch niemand als krank, insgesamt gab es nur zehn bestätigte Fälle – der Spitzenplatz im Kreis.

Pläne für Behelfsklinik auf Eis gelegt

Die Pläne, im Georg-Kerschensteiner-Berufskolleg in Troisdorf ein Behelfskrankenhaus mit Platz für bis zu 50 Patienten einzurichten, liegen laut Schuster erstmal auf Eis. Zurzeit seien viele Intensivbetten in der Region nicht belegt. Deshalb sei nach Absprache mit dem Land entschieden worden, den Umbau der Klassenräume nicht weiter voranzutreiben.

„Wir laufen sonst Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben“, erklärte der Landrat. Wie berichtet, sollten im Sieglarer Berufskolleg Patienten untergebracht werden, die nicht mit dem Coronavirus infiziert sind, aber dennoch in stationäre Behandlung müssen. Sollte sich die Situation in den Kliniken ändern, wird auch das Behelfskrankenhaus wieder ein Thema.