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Rhein-Sieg-Kreis: Bundeswehr soll länger bei Corona-Kontaktverfolgung helfen

Keine lokale Lockerung in Sicht : Rhein-Sieg-Kreis will Corona-Einsatz der Bundeswehr verlängern

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es nach wie vor viele Corona-Ausbrüche, betroffen sind auch 28 Altenheime. Der Krisenstab bereitet zurzeit die Eröffnung von Impfzentren vor. Konkrete Standortvorschläge gibt es noch nicht.

Landrat Sebastian Schuster ist nicht zuversichtlich, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Rhein-Sieg-Kreis auf weniger als 50 Neuinfektionen oder sogar unter 35 pro 100.000 Einwohner sinkt und so lokale Lockerungen möglich werden. Am Dientag lag der amtliche Wert bei 136,7. Zu Schwankungen kommt es laut Ralf Thomas, Leiter der Fachstelle Covid beim Kreis, weil auch die Zahl der übermittelten Laborergebnisse schwanke. „Wir sind zurzeit bei der Bearbeitung der Befunde nicht im Rückstand“, berichtete er.

Damit das so bleibt, hat Schuster die Bundeswehr um Verlängerung ihrer Unterstützung bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen gebeten. 31 Soldatinnen und Soldaten arbeiten zurzeit im Lagezentrum im Kreishaus. „Wir möchten die Bundeswehr gerne hier behalten und haben sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtete Schuster am Dienstag bei der Telefon-Pressekonferenz des Kreises.

Ausbrüche in Kitas und Pflegeeinrichtungen

Zu tun gibt es genug. Der Kreis verzeichnet Corona-Ausbrüche in 126 Einrichtungen, darunter 24 Kitas und 28 Pflegeeinrichtungen. Insgesamt wurden dort 679 Personen auf Sars-CoV-2 getestet. Laut Schuster ist die Zahl der Betroffenen im Haus am Eipbach in Eitorf auf 45 gestiegen, im Sankt-Antonius-Haus Siegburg gibt es inzwischen 55 positiv Getestete.

Auch beim Kreis schaut man auf die bevorstehende Ministerpräsidentenrunde am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Schuster geht allerdings davon aus, dass der abgestimmte Vorschlag der Länder für eine Verlängerung des Teil-Lockdowns und für familiäre Feste zu Weihnachten Bestand haben wird.

Der Landrat hat außerdem an einer Telekonferenz mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zu den geplanten Impfzentren teilgenommen. „Ich habe noch einmal die Erwartung formuliert, dass wir im Rhein-Sieg-Kreis ein zweites Impfzentrum brauchen“, sagte Schuster. Es können auch eine interkommunale Lösung mit der Stadt Bonn gesucht werden.

Standorte für Impfzentren werden geprüft

Standorte für mögliche Impfzentren werden zurzeit geprüft. Klar ist, dass der Rhein-Sieg-Kreis dort die logistische Aufgabe meistern muss, den Impfstoff bei minus 70 Grad zu kühlen, und die Terminvergabe in die Hand nehmen wird. Für das medizinische Personal und die Impfungen selbst wird dann die Kassenärztliche Vereinigung zuständig sein.

„Wir sind gerade in der ersten Woche der Überlegungen und sondieren verschiedene mögliche Standorte“, sagte Schuster. Durch die frühere Suche nach Standorten für ein Behelfskrankenhaus und für Abstrichzentren gebe es bereits einen guten Überblick über Immobilien. Schuster geht davon aus, dass in einem Impfzentrum künftig 2000 Personen pro Tag geimpft werden.