1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Tierheim unterliegt vor Gericht: Rhein-Sieg-Kreis muss nicht für ausgesetzten Hund zahlen

Tierheim unterliegt vor Gericht : Rhein-Sieg-Kreis muss nicht für ausgesetzten Hund zahlen

Die Pflege und ärztliche Versorgung eines in Windeck ausgesetzten Hundes beschäftigte das Verwaltungsgericht Köln. Warum das Tierheim nun die Kosten selbst tragen muss.

Der Rhein-Sieg-Kreis muss die Kosten für Verpflegung und ärztliche Versorgung eines ausgesetzten Hundes nicht tragen. Das entschied das Verwaltungsgericht Köln. Geklagt hatte „ein kleiner Tierschutzverein“, so einer Gerichtssprecherin. Dieser hatte einen auf einem Parkplatz in der Gemeinde Windeck ausgesetzten Hund abgeholt, untergebracht und tierärztlich versorgen lassen und die Kosten gegenüber dem für Tierschutz zuständigen Kreis geltend gemacht.

Der Kreis verwies den Tierschutzverein an die für Fundsachen zuständige kreisangehörige Gemeinde. Denn der Tierschutzverein hatte mit der zuständigen Gemeinde einen Vertrag geschlossen, wonach er unter anderem verpflichtet ist, für die Gemeinde Fundtiere zu verwahren und zu versorgen. Dieser Vertrag regelt auch, dass der Kläger für die Unterbringung aller im Gemeindegebiet entdeckten Fundtiere einen Pauschalbetrag erhält.

Der Deutschen Tierschutz Union zufolge entscheiden in NRW die Kommunen selbst, ob und wann Tiere als Fundtiere akzeptiert werden und ob und wann eine Kostenübernahme für Behandlungen erfolgt. Da der ausgesetzte Hund ein Fundtier ist und vorrangig der Fundtiervertrag zwischen dem Tierschutzverein und der für Fundsachen zuständigen Gemeinde greift, hat das Gericht die Klage abgewiesen. Sowohl der Rhein-Sieg-Kreis als auch die Windecker Anwältin des Tierschutzvereins wollten sich zu dem Urteil nicht äußern. Die Anwältin des Tierschutzvereins hatte argumentiert, es handele sich bei dem ausgesetzten Hund nicht um ein Fundtier. Man habe Aufgaben des für den Tierschutz zuständigen Kreises übernommen. Das sah das Gericht anders. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.