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Vorgehen des Krisenstabs: Rhein-Sieg-Kreis plant Stab zum Wiederaufbau

Vorgehen des Krisenstabs : Rhein-Sieg-Kreis plant Stab zum Wiederaufbau

Landrat Sebsatian Schuster hofft auf die versprochenen Hilfen von Bund und Land. Der Kreis erklärt, warum erst vier Tage nach dem Unwetter der Katastrophenfall ausgerufen wurde.

Vier Tage nach dem verheerenden Unwetter hat der Krisenstab des Rhein-Sieg-Kreises für die betroffenen Gebiete den Katastrophenfall ausgerufen. „Das war eine perspektivische Entscheidung“, erklärt Katja Eschmann, stellvertretende Pressesprecherin des Kreises, und fügt hinzu: „Hätten wir diesen Status eher erklärt, hätten wir auch nicht mehr Einsatzkräfte vor Ort bekommen. Die Höchstzahl an Einsatzkräften würde schon bei einer Großeinsatzlage herbeigerufen.“

Die jetzige Erklärung zum Katastrophenfall diene dazu, optimale Bedingungen für den Wiederaufbau zu schaffen. „Um den Wiederaufbau optimal bewältigen zu können, brauchen wir ein enges Zusammenspiel der administrativen Bereiche. Die Verzahnung aller Akteure können wir so am besten herstellen“, begründet Landrat Sebastian Schuster seine Entscheidung.

Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees aufgehoben

Aber um gute Voraussetzungen für den Wiederaufbau der betroffenen Gemeinden zu schaffen, benötigen die linksrheinischen Kommunen vor Ort noch mehr. Ein Spendenkonto und ein Formular zur Koordinierung von Hilfsangeboten hat der Kreis auf seiner Internetseite eingerichtet.

Zusätzlich benötigen die Kommunen aber langfristige Unterstützung. Wie die aussehen kann, steht aktuell noch in den Sternen. „Dazu kann ich noch nichts sagen. Erst einmal müssen wir abwarten, wie schnell und unbürokratisch die versprochenen Hilfen von Bund und Land bei uns eintreffen und in welcher Höhe“, erklärt Schuster auf Nachfrage nach dem Pressetermin mit Bundesinnenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Armin Laschet an der Steinbachtalsperre.

Dort wurde die Evakuierung von Oberdrees und Niederdrees aufgehoben, sodass am Montagnachmittag rund 1000 Menschen zurück zu ihren Häusern konnten. Viele von ihnen waren in Hotels, Jugendherbergen und Schulen im Rechtsrheinischen untergekommen.

Sondertouren durch Lohmar

Über das Ausmaß der Schäden hat die Kreisverwaltung noch keinen Überblick. Schuster vermutet aber, es handele sich um Summen im Milliardenbereich. Um die Planungen für einen Wiederaufbau schnellstmöglich in Gang zu bringen, tagt Schuster am Donnerstagmorgen ab 9 Uhr mit seinen Dezernenten. „Dann schauen wir, wer mit welcher Expertise und mit welchen Möglichkeiten wo helfen kann.“ Dabei soll ein „Rhein-Sieg-Kreis Stab Wiederaufbau“ eingerichtet werden, der die besonders stark betroffenen Kommunen beim Wiederaufbau unterstützen soll.

Doch bis es so weit ist, müssen erst einmal noch viel Müll und Schutt abgefahren werden, da sonst nach Angaben von Landrat Schuster eine Rattenplage entstehen könnte. Aus diesem Grund tagte am Montagmorgen der Krisenstab der RSAG. Bei dem Gespräch ging es nicht nur um die Beseitigung des Mülls im linksrheinischen Kreisgebiet, sondern auch um die betroffenen Gebiete im rechtsrheinischen wie Lohmar. „Wir planen, ab morgen bis Donnerstag Sondertouren durch Lohmar zu fahren um den dortigen Müll abzuholen“, so Joachim Schölzel, Pressesprecher der RSAG.

Auch RSAG-Lager in Swisttal betroffen

Die aktuell zu bewältigende Müllmenge zusammen mit dem linksrheinischen Teil sei eine Mammutaufgabe und nur mit klassischen Müllfahrzeugen nicht händelbar, so Schölzel. „Alleine gestern haben wir über 30 Lkw mit insgesamt 400 Tonnen Müll aus Heimerzheim abgeholt.“

Dabei sei es wichtig, dass der Müll aus den Häusern und Kellern erst einmal trocknet, bevor er nach Bonn gefahren wird. Zu allem Überfluss sei auch das linksrheinische Lager der RSAG in Swisttal-Miel vom Hochwasser betroffen gewesen, sodass dort keine Fahrzeuge die Entsorgungsanlage verlassen konnten.