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Rösterei aus Siegburg verpackt Kaffee in Flaschen

Rösterei mit einzigartigem Konzept : Die perfekte Kaffee-Packung kommt aus Siegburg

Uwe Prommer hat lange daran gearbeitet , die perfekte Verpackung für seinen Kaffee unter der Marke Cofi Loco anbieten zu können. Der Tüftler ist überzeugt, mit Hilfe einer Glasflasche sowohl das Aroma als auch die Umwelt schützen zu können.

Als Milchflaschen sind sie bekannt, als Behälter für ganze Kaffeebohnen ein Novum. Uwe Prommer hat lange daran getüftelt, die perfekte Verpackung für seinen Kaffee unter der Marke Cofi Loco anbieten zu können und präsentiert nun als Lösung einen „formstabilen Glasbehälter mit Aromaschutzventil“. So lautet die exakte Bezeichnung für seine Kreation, die er sich hat patentieren lassen. „Normalerweise lässt man die Kaffeebohnen nach dem Rösten rund 24 Stunden offen stehen, da verliert er aber viel von seinem Aroma, da der Kaffe atmet“, erklärt der Fachmann.

Bei der neuen Verpackungsmöglichkeit werden die Bohnen direkt nach dem Röstvorgang in die Gläser abgefüllt. In denen reifen sie weiter, durch die innovative Konstruktion entweicht der überschüssige Druck schonend durch einen perforierten Filter im Deckel. Dadurch bleibt das volle Aroma in der Flasche. „Flaschengärung“ nennt Prommer das.

Flaschen stehen im Edeka-Regal

Einen Abnehmer für die ersten 5,5 Tonnen Kaffee im Glas hat er auch schon: Edeka, wird ab Dezember zunächst in etwa 125 seiner Geschäfte in Nordrhein-Westfalen die Kaffee-Mehrwegflaschen ins Sortiment aufnehmen. In einem nächsten Schritt ist das für alle rund 1250 Geschäfte und schließlich für ganz Deutschland geplant.

Die „Cofi Bottle“ mit fair gehandeltem, 100-prozentigem Bio-Kaffee kann natürlich auch über den eigenen Online-Shop erworben werden und wird klimaneutral mit DHL GoGreen versendet. Die Rückgabe der Flaschen funktioniert wie bei allen anderen Pfandflaschen in Deutschland auch.

Nachhaltiger Gedanke

Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz sind Prommer besonders wichtig. Nach seinen Angaben ersetzt nur ein Kasten mit je sechs Flaschen, die jeweils 50 Mal wieder befüllt werden können, 300 herkömmliche Tüten. „Da diese außen aus Papier und innen aus einer Kunststoffschicht bestehen, sind sie nicht recyclebar“, erklärt er. Mit Einsatz der Flaschen falle keinerlei Verpackungsmüll an. „Wir wissen, dass wir vom Import des Kaffees über die Röstung bis hin zur Auslieferung den Ausstoß von O2 nicht vermeiden können, zum Ausgleich unterstützen wir daher Wiederaufforstungsprojekte in Peru“, so der Geschäftsmann.

In den nächsten Tagen kommt auf Prommer und sein Team viel Arbeit zu. Normalerweise wird der Kaffe in einer Behindertenwerkstatt in Bonn abgefüllt, coronabedingt ist das derzeit nicht möglich. In der Halle eines Siegburger Unternehmens erfolgt die Konfektionierung daher vorrübergehend in Eigenregie. In diesem Zusammenhang weist Prommer darauf hin, dass er gerne eine Halle mieten würde, in der er eine eigene Abfüllanlage installieren kann und ist für jeden Tipp dankbar. Denn er möchte neben der Rösterei im ehemaligen Hotel Felder am Bahnhof auch den Standort für die Weiterverarbeitung in Siegburg halten, um möglichst kurze Transportwege zu haben.