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VdK Bonn/Rhein-Sieg: Schließung der Bonner Geschäftsstelle ist vom Tisch

VdK Bonn/Rhein-Sieg : Schließung der Bonner Geschäftsstelle ist vom Tisch

Beim Kreisverbandstag des Sozialverbandes VdK Bonn/Rhein-Sieg herrschte angespannte Stimmung. Erst nach einer langen und kontroversen Debatte beruhigte sich die Lage.

Für angespannte Atmosphäre sorgte das Gerücht, dass von einem Teil der VdK-Mitglieder die Schließung der Bonner Geschäftsstelle betrieben werde. Entsprechend war dann auch die Stimmung beim kleinen Kreisverbandstag des Sozialverbandes VdK Bonn/Rhein-Sieg, der sich jetzt im Gasthaus zur Sieg in Siegburg versammelte. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Neuwahl des Vorstandes, der bisher nur kommissarisch im Amt war.

Was der kommissarische Vorsitzende Herbert Möser befürchtete, trat noch vor der Sitzungseröffnung ein. Die Öffentlichkeit wurde auf Wunsch einiger Mitglieder ausgeschlossen, und man tagte hinter verschlossenen Türen. Während die Delegierten des Niederkasseler Ortsverbandes der Sitzung eher gelassen entgegensahen, gab es nur angespanntes Schweigen in anderen rechtsrheinischen Delegationen. „Einiges kommt manchmal etwas kurios rüber“, beschrieb Angela Reuter aus Niederkassel die Lage vor der Sitzung. Ein Vertreter des Ortsverbandes Rheinbach stellte jedoch noch vor der Sitzung klar, dass es für Rheinbacher keine Möglichkeit gebe, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in zumutbarer Zeit nach Siegburg zu gelangen.

Nach dem Zusammenschluss der beiden Verbände Bonn und Rhein-Sieg vor drei Jahren tagte der Kreisverband in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal. „Wir hatten vor drei Jahren die feste Zusage des Landesverbands bekommen, dass beide Geschäftsstellen bestehen bleiben“, erinnert Christiane Hütténes an die Aussage des VdK-Landesverbandes gegenüber dem GA. Inzwischen gebe es viele Anzeichen, dass die Auflösung der Geschäftsstelle in Dransdorf betrieben worden sei. Aktuell arbeiten in Dransdorf vier angestellte Mitarbeiter, in der Geschäftsstelle in Siegburg sind es elf Mitarbeiter, darunter aber auch solche, die nur einen Tag in der Woche dort sind, so Möser zum GA.

Zurückhaltend blieb er nach der Versammlung weiterhin: Es gab offenbar viele Bewerber für die zu vergebenden Posten im Vorstand. Möser bestätigte auf GA-Anfrage lediglich, dass er selbst mehrheitlich zum Vorsitzenden gewählt worden sei, seine kommissarischen Stellvertreter Christiane Hütténes und Peter Drossard bekamen ebenfalls genug Stimmen, um dieses Amt weiterhin zu bekleiden. Nicht gereicht hat es für Norbert Niebiossa. Seinen Posten als dritten Stellvertreter übernimmt Angela Balensiefen.

Im Moment scheint vor allem Fingerspitzengefühl im Kreisverband notwendig zu sein, denn weitere Personalien wollte Möser aus Rücksicht auf die labile Stimmungslage im Kreisverband nicht veröffentlichen. Über vier Stunden wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung debattiert. „Unterm Strich war es am Ende doch ruhiger als erwartet“, resümierte Möser auf GA-Nachfrage. Man habe sich geeinigt, jetzt in die Zukunft zu blicken, im Dienst der Anliegen der rund 13 500 Mitglieder des Kreisverbandes.

Die Schließung der Geschäftsstelle in Bonn sei vom Tisch. Der neue Vorstand wolle sich für mehr Personal dort einsetzen, damit die Anfragen – das sind in der Regel Widerspruchsverfahren, nachdem Anträge auf Schwerbehinderung nicht bewilligt wurden – zeitnah bearbeitet werden können. In einem Jahr schon wird es erneut Vorstandswahlen im Kreisverband geben, die alle vier Jahre turnusmäßig durchgeführt werden. Ob er sich dann erneut als Vorsitzender vor dem dann großen Kreisverbandstag zur Wahl stellt, lässt Möser offen. „Ich möchte erst mal abwarten, wie sich das jetzt alles entwickelt“. Am Samstag waren 33 Delegierte und insgesamt 45 VdK-Mitglieder zum Kreisverbandstag in Siegburg erschienen.