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Breitbandausbau im Rhein-Sieg-Kreis: Schnelles Internet für Tausende Haushalte

Breitbandausbau im Rhein-Sieg-Kreis : Schnelles Internet für Tausende Haushalte

Das Ende des langsamen Internets im Rhein-Sieg-Kreis ist in Sicht: Bis Ende 2018 sollen 95 Prozent der Haushalte mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt sein. Möglich machen das Fördermittel in Höhe von rund 18 Millionen Euro.

Die Fördermittel erhält der Kreis von Bund und Land. Den Bescheid des Bundes haben Landrat Sebastian Schuster und Kreiswirtschaftsförderer Hermann Tengler seit knapp einer Woche. Gestern stellten sie den Ausbau vor.

Von den Zuschüssen profitieren vor allem ländliche Gebiete, in denen ein adäquater Netzausbau nicht zu erwarten ist. Im Kreis ist das besonders an der oberen Sieg der Fall. Der Grund: Der Ausbau ist ohne öffentliche Förderung für die Telekommunikationsfirmen unwirtschaftlich. Die Deckungslücke liegt laut Kreisverwaltung bei 19,8 Millionen Euro. Um diese Orte zu versorgen, werden nun 238 Kilometer Glasfaserkabel in zwölf der 19 Kommunen verlegt. Auch in Gebieten, in denen es bislang nur Richtfunk gibt.

145 Kabelverzweiger sollen mit Glasfaser ausgebaut sowie 86 neu errichtet werden. Insgesamt investiere die Telekommunikationswirtschaft 35 Millionen Euro im Kreis. Laut Tengler werden damit 24 064 Haushalte und 2173 Unternehmen mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s versorgt. Mehr als 40 Prozent der Anschlussinhaber könnten sogar Übertragungsraten von 100 Mbit/s erreichen. „Für den Wirtschafts- und Bildungsstandort bedeutet das einen Riesenschub“, sagt Schuster. „Es wird den Menschen zugutekommen.“ Dafür gibt der Bund zehn Millionen Euro, acht Millionen kommen vom Land. Der Kreis trägt knapp zwei Millionen Euro. „Wir hoffen aber, dass wir noch günstiger wegkommen“, sagt Tengler. Eventuell gebe es weitere Zuschüsse für Kommunen im Haushaltssicherungskonzept.

Der Kreis hatte sich im November um die Fördermittel beworben. Zuvor hatte die Verwaltung eine Bestandsaufnahme gestartet. „Damit wir wissen, wo die unterversorgten Gebiete sind und wo in Zukunft noch ausgebaut wird“, sagt Tengler. Denn: Der Ausbau werde nur in Gebieten gefördert, die auch 2019 noch Bandbreiten von weniger als 30 Mbit/s hätten. „Die öffentliche Förderung kann ja nicht bedeuten, den Unternehmen die Investitionskosten zu nehmen“, sagt Tengler.

Wann der Ausbau startet, ist noch offen. Zunächst müsse die Förderzusage des Landes eingeholt werden, sagt Siri Grischke von der Wirtschaftsförderung des Kreises. „Wir hoffen, dass wir bis Ende des Jahres die Aufträge vergeben können.“