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Siegburg: 24-Jähriger erhält milde Strafe nach Unfall ohne Fahrerlaubnis​

Amstgericht Siegburg : 24-Jähriger erhält milde Strafe nach Unfall ohne Fahrerlaubnis

Ohne Führerschein und mit Alkohol im Blut hat ein 24-Jähriger einen Autounfall verursacht. Vor dem Siegburger Amtsgericht zeigte er sich einsichtig – und erhielt eine milde Strafe.

Zu 90 Tagessätzen a 30 Euro hat Richter Michael Krah am Donnerstag am Siegburger Amtsgericht einen 24-Jährigen wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis in drei Fällen, einmal unter Alkoholeinfluss, verurteilt. Letzteres gilt als fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs.

Der gelernte Bäckereifachverkäufer war am 4. März 2022 mit dem Auto seines Bruders ohne dessen Wissen von der Wohnung seiner Eltern in Sankt Augustin zu seiner eigenen Wohnung gefahren. Am Abend fuhr er mit zwei Freunden nach Siegburg in die Klangfabrik, obwohl ihm bereits 2020 wegen einer Fahrt unter Drogeneinfluss der Führerschein auf Probe entzogen worden war. Auf dem Heimweg kam der Sankt Augustiner am frühen Morgen mit dem Wagen wegen zu schnellen Fahrens von der Straße ab und beschädigte einen Zaun sowie ein weiteres Fahrzeug. Das Auto des Bruders hatte einen Totalschaden.

Angeklagter zeigt sich zerknirscht

Die beiden Beifahrer trugen leichte Schnittverletzungen und Prellungen davon. Sie wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Angeklagte musste sich einer Blutprobe unterziehen, die einen Blutalkoholwert von 1,38 Promille ergab. Er bestritt jedoch, gefahren zu sein. Einen Tag besann er sich und meldete sich dann bei der Polizei, um ein Geständnis abzulegen.

Das wirkte sich ebenso strafmildernd aus wie die Tatsache, dass die Beifahrer von einer Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung abgesehen hatten, betonte Richter Krah. Auch dass der Angeklagte, der inzwischen als Industriekaufmann arbeitet, sehr zerknirscht über den Vorfall war und sich sonst noch nichts hatte zuschulden kommen lassen, ließ den Richter nicht dem Antrag der Staatsanwältin folgen. Die hatte 100 Tagessätze a 30 Euro gefordert. Ab 90 Tagessätzen gilt ein Angeklagter als vorbestraft, womit der Richter sein milderes Urteil begründete. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.