Entwicklung der Innenstadt Was sich die Einzelhändler von der Stadt Siegburg wünschen

Siegburg · Die Siegburger Innenstadt ist stetig in Bewegung. Um die Einkaufsstadt für die Zukunft aufzustellen und attraktiv zu halten, hat die Verwaltung die Gewerbetreibenden mit ins Boot geholt. Die haben konkrete Anregungen gegeben.

Um die Siegburger Innenstadt attraktiv zu halten, hat die Stadt Einzelhändler und Gastronomen nach ihren Wünschen befragt.

Um die Siegburger Innenstadt attraktiv zu halten, hat die Stadt Einzelhändler und Gastronomen nach ihren Wünschen befragt.

Foto: Anna Ingerberg

Auch wenn es mitunter anders scheint, die Zahl der Leerstände in der Siegburger Innenstadt ist vergleichsweise überschaubar, so hat es auch die IHK-Umfrage „Vitale Innenstadt“ im vergangenen Jahr der Kreisstadt attestiert. 30 Immobilien führt die Wirtschaftsförderung der Stadt in ihrem aktuellen Leerstandsmonitoring. Seit der letzten Begehung im vergangenen November sind vier neue Leerstände hinzugekommen, dafür aber 15 durch Nach- oder Umnutzung entfallen. Zudem kommen nach wie vor viele Menschen in die Kreisstadt. Gleichwohl wiegt die Schließung der Galeria Kaufhof, die immerhin 25 Prozent der Einzelhandelsfläche in der Innenstadt ausgemacht hat, schwer. Um Siegburg weiterhin als Einkaufsstadt attraktiv zu halten, hat die Stadt ihre Gewerbetreibenden nach ihren Wünschen befragt.

32 Einzelhändler inhabergeführter Geschäfte und Gastronomen haben sich zwischen März und April an der Kurzumfrage beteiligt, wie die Stadt im Wirtschaftsförderungsausschuss mitteilte. Es sei dabei um deren Bedürfnisse und Anregungen gegangen und auch darum, neue Akteure zu aktivieren. Dabei kam etwa heraus, dass sich einige der Befragten, „nicht ausreichend informiert und beteiligt“ fühlen. Sie wünschen sich eine transparentere und umsetzungsorientiertere Teilhabe und eine engere Zusammenarbeit zwischen Gewerbetreibenden, Stadtverwaltung und Politik, besonders bei aktuellen Themen.

Ein großer Kritikpunkt war die Parkplatzsituation. Diese bewerteten die Gewerbetreibenden mit Blick auf die anfallenden Gebühren als „konsum- und frequenzhemmenden Faktor beim Einkauf in Siegburg“. Sie wünschten sich Aktionen wie etwa reduzierte Parkgebühren für ihre Kunden am Wochenende oder auch reduzierte Parktickets für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Das Thema Parken und Autoverkehr in der Innenstadt nimmt die Stadt aktuell für die Erstellung ihres Mobilitätskonzepts ins Visier – und dabei auch die Anregungen der Einzelhändler und anderer Innenstadtakteure auf. „Ein entsprechender Workshop wurde leider nur von einer geringen Zahl von Innenstadt-Akteuren besucht, obwohl breit eingeladen worden war“, bedauert die Verwaltung, sichert aber zu, ihre Bemühungen, die verschiedenen Interessen und Mobilitätsbedürfnisse in der Stadt abzuwägen und einzubeziehen.

Testweise eine Stunde gebührenfreies Parken in der Innenstadt

Die Politik ist den Gewerbetreibenden ein Stück weit entgegengekommen. Die FDP hatte im Rat beantragt, zu prüfen, ob es zur Stärkung der Wirtschaft nicht möglich wäre, die erste Stunde in den städtischen Parkhäusern und -parkplätzen kostenfrei zu halten. Davor warnte Dezernent Bernd Lehmann mit Blick auf dadurch zu erwartende Einnahmenausfälle von jährlich einer Million Euro. Nach längerer Diskussion beschlossen CDU, Grüne, FDP und SBU, dass Stadt und Stadtbetriebe an einem noch festzulegenden Samstag nun einmal testweise in der ersten Stunde die Parkgebühren in ihren Garagen und Parkplätzen erlassen.

Ein weiterer Wunsch der Befragten war es, die Termine für Verkaufsoffene Sonntage längerfristiger zu planen und bei der Vorbereitung auch mehr eingebunden zu werden. In der Konsequenz soll es nun einen neuen, gemeinsamen Kommunikationskanal für Verkehrsverein, als Vertreter der Einzelhändler, Stadtverwaltung und Einzelhändler geben. Der nächste verkaufsoffene Sonntag steht im Übrigen schon fest: Er soll zum Holgassenfest am Sonntag, 14. Juli, stattfinden.

Ob dann schon das neue Schild über der Holzgasse hängt, ist ungewiss. Es soll aber in jedem Fall einen Ersatz für die Anfang des Jahres aus Sicherheitsgründen abmontierten Holzgassenschilder geben, darum kümmert sich der Verkehrsverein. Und auch im Mühlenquartier soll in Kürze ein Schild den Viertelcharakter hervorheben. Weitere Quartiere sollen künftig in der Innenstadt etabliert werden. Bei der Befragung allein will es die Stadt nicht belassen. Die Ergebnisse sollen im Frühsommer während eines Workshops mit den Händlern und Händlerinnen erörtert werden.

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