1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Siegburg: Feuersalamander von exotischem Pilz bedroht

Tödliche Krankheit : Exotischer Pilz bedroht den Feuersalamander in Siegburg

Die Lurche im Rhein-Sieg-Kreis sind bislang von der aus Asien eingeschleppten Krankheit verschont geblieben. Die Untere Naturschutzbehörde ruft Spaziergänger auf, ihre Schuhe nach der Wanderung zu desinfizieren und den Fund toter Salamander zu melden.

Der heimische, gelb-schwarz gemusterte Feuersalamander wird von einem gefährlichen Pilz bedroht, warnt der Rhein-Sieg-Kreis. Anfang Januar wurden im Bergischen Städtedreieck Remscheid, Solingen und Wuppertal mehr als 100 tote Lurche gefunden. Verendet sind die Waldbewohner wegen eines Pilzes.

Der aus Asien stammende „Batrachochytrium salamandrivorans“ wurde nach Angaben des Kreises durch Amphibienhandel eingeschleppt. Übersetzt heißt sein Name Salamanderfresser.

„Bislang sind die Lurche im Rhein-Sieg-Kreis verschont geblieben“, teilte die Pressestelle mit. Allerdings sei der Pilz mit einer Todesrate von 96 Prozent innerhalb von 14 Tagen sehr gefährlich. „Normal ist es, dass Sie den Feuersalamander tagsüber nur nach Regenfällen sehen, denn er ist ja nachtaktiv“, erklärt Rainer Kötterheinrich, Amtsleiter beim Amt für Umwelt- und Naturschutz des Rhein-Sieg-Kreises. Bei Pilzbefall werde nicht nur seine Haut auffällig durchlöchert, er ändere auch sein Verhalten: „Er wird apathisch und tagaktiv, ja er sonnt sich sogar.“

Der Pilz greift nur Feuersalamander und einige Molche an, für Säugetiere und den Menschen ist er nach heutigen Kenntnissen nicht gefährlich. „Fassen Sie auffällige oder scheinbar unbeschädigte, aber tote Tiere dennoch nicht an, sondern informieren Sie uns oder die Biologische Station darüber, wo das Tier gefunden wurde, am besten mit Fotos und Koordinaten“, sagt Kötterheinrich. Um den Pilz nicht weiterzuverbreiten, gibt die Untere Naturschutzbehörde folgende Tipps:

  • Bleiben Sie auf den befestigten Wegen.
  • Führen Sie, insbesondere im Wald, Ihren Hund an der Leine.
  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe nach der Wanderung oder dem Spaziergang zum Beispiel mit Spiritus (70 Prozent Alkohol) und reinigen Sie die Sohle, bevor Sie ein anderes Waldgebiet betreten. So kann die Verbreitung der Sporen des tödlichen Pilzes verhindert werden.
  • Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und wassergefüllte Wagenspuren im Wald sollten nicht betreten werden.

Wer einen Salamander findet, meldet sich beim Umwelttelefon unter (02241) 13 22 00 oder per E-Mail an Umwelttelefon@rhein-sieg-kreis.de oder bei der Biologischen Station, (02243) 84 79 06 und info@biostation-rhein-sieg.de.