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Siegburg: Gaststätte "Zum Fass" wird neu eröffnet

Lokal war seit August 2018 geschlossen : Siegburger Gaststätte „Zum Fass“ wird neu eröffnet

Die Siegburger Traditionsgaststätte „Zum Fass“ wird am Donnerstag neu eröffnet. Seit August 2018 war das Lokal geschlossen. Die neuen Betreiber wollen am Konzept nicht viel ändern.

Ein Baucontainer vor der Tür, Licht hinter seit Monaten dunklen Fensterscheiben und die entsprechende Geräuschkulisse haben es schon länger signalisiert: Es ist wieder Leben eingekehrt in die seit August 2018 geschlossene Siegburger Traditionsgaststätte „Zum Fass“. Der Container ist inzwischen wieder verschwunden, die Arbeiten im 1893 erbauten Gebäude an der Luisenstraße gehen in den Endspurt, die Wiedereröffnung steht kurz bevor: Ab dem heutigen Donnerstag, 19. Dezember, schließt Anika Schäfer als neue Betriebsleiterin das „Fass“ wieder regelmäßig auf.

Eine Woche vorher glich der geschichtsträchtige Raum noch mehr einer Baustelle als einem Gasthaus. Viel soll sich dennoch nicht ändern, versichert Torsten Schulz, der beim neuen Pächter, der Kölner KJ Gastronomiebetriebs GmbH, verschiedene Gaststätten managt. „Wir haben die Theke verlängert“, beschreibt Schulz eine der wesentlichen Neuerungen in dem Gebäude, das unter Denkmalschutz steht.

Dafür musste ein alter Kachelofen weichen. Aus zehn Leitungen sollen künftig verschiedene Biersorten in die Gläser laufen. „Wir wollen hier vorne eine Kneipenatmopshäre schaffen“, erklärt Schulz. Mit Stehtischen, Platz zum Skatspielen und Bundesliga-Liveübertragungen. Im Saal nebenan servieren Anika Schäfer und ihr Team gutbürgerliche Küche.

Wie berichtet, hatte die letzte Pächterin im August 2018 den Betrieb im „Fass“ nach einem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Gut ein halbes Jahr später stand das markante Eckgebäude zum Verkauf. Seit etwa einem Monat hat das Haus, in dem neben der Gaststätte auch sieben Wohnungen untergebracht sind, nun mit Jens Dellhofen einen neuen Besitzer. Er ist einer der Geschäftsführer der KJ Gastronomiebetriebs GmbH, die neben dem Siegburger Fass unter anderem auch das „Schmitze Lang“ in Köln oder „Herr Lehmann“ in Bonn betreibt.

Die lange Tradition des „Fass“ hat Torsten Schulz und Anika Schäfer beeindruckt. Vor 126 Jahren hatte der Schulrektor Ferdinand Becker es im Stadtteil Driesch errichten lassen, um Durchreisende an der damaligen Provinzialstraße zu bewirten. Karl und Mathilde Bleifeld kauften das Haus 1927 und betrieben die Kneipe weiter. Deren Enkel Bernd Ilberz, der die ersten neun Jahre seines Lebens in dem Haus verbrachte, übernahm 2003 die Regie. Lange hatte er nach einem Pächter gesucht und sein Haus schließlich 2017 verkauft.

„Es ist erstaunlich, wie viele Menschen uns während der Renovierung angesprochen haben“; sagt Torsten Schulz. Jeder habe eine kleine Geschichte, die er mit dem „Fass“ verbindet, zu erzählen gehabt. „Daher haben wir auch davon abgesehen, den Namen zu ändern“, sagt Anika Schäfer. Eine „Fass“-Tradition wollen die neuen Betreiber im Übrigen auch fortsetzen: „Es wird ab und zu Live-Musik geben“, sagt Schulz. Mathias Nelles macht am Samstag, 21. Dezember, den Anfang. Dann steht auch die Glühweinbude vor der Gaststätte.