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Siegburg: Hybridbusse sollen Stadtluft reinigen

Feinstaubbelastung verringern : Hybridbusse sollen Siegburger Stadtluft reinigen

Die RSVG und Siegburgs Bürgermeister stellen moderne Hybrid-Fahrzeuge für den Stadtverkehr vor. Die ersten 30 Fahrzeuge sind bereits im Netz unterwegs. So soll die Feinstaubbelastung verringert werden.

Die Luftqualität im Stadtgebiet von Siegburg hat sich in den vergangenen Monaten verbessert. An acht Messpunkten an stark befahrenen Straßen wurden unter anderem Feinstaub- und Stickoxid-Werte gemessen und mit einer Referenzstation auf dem Michaelsberg verglichen, teilte Bürgermeister Franz Huhn mit: „Mit Ausnahme der Heinrichstraße hatten wir im Stadtgebiet keine Probleme. Zumindest bislang: Wir haben jetzt keine einzige auffällige Stelle mehr, die über dem Normwert liegt.“

Der Grund für die Verbesserung an der Heinrichstraße liege auf der Hand: Die steigende Anzahl moderner, schadstoffarmer Fahrzeuge in Deutschland und insbesondere die neuen, emissionsarmen Linienbusse, deren Motoren im Stop-and-Go-Verkehr der steilen Heinrichstraße bislang kräftig arbeiten mussten. Die RSVG hatte angekündigt, insgesamt 66 Busse mit den Schadstoffklassen Euro 3 bis Euro 5 aus dem Verkehr zu ziehen und durch moderne Hybridbusse mit der höchsten Schadstoffnorm Euro 6d-TEMP zu ersetzen.

„Die ersten 30 neuen Fahrzeuge sind im Netz unterwegs, drei weitere Fahrzeuge werden gerade für den Einsatz vorbereitet. Weitere 33 Fahrzeuge kommen im August“, berichtete RSVG-Geschäftsführer Michael Reinhardt, der gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem RSVG-Aufsichtsratsvorsitzenden Marcus Kitz zur Rundfahrt in einem der insgesamt 36 neuen Hybrid-Gelenkbusse eingeladen hatte.

Rhein-Sieg-Kreis investiert in Hybridbusse

19 Millionen Euro haben RSVG und der Rhein-Sieg-Kreis als Gesellschafter für die Erneuerung des Fuhrparks bereitgestellt. Im neuesten Flottenzuwachs kommt sogenannte Mild-Hybridtechnik zum Einsatz: Bremsenergie wird durch einen Generator in Strom umgewandelt und dieser in Kondensatoren, sogenannten UltraCaps, gespeichert. Beim Anfahrten erhält der moderne Dieselmotor des 18,75 Meter langen Gelenkbusses dann elektrischen Rückenwind. Das spare im Vergleich zu konventionellen Fahrzeuge etwa 20 Prozent an CO2-Ausstoß ein, sagt Reinhardt: „Durch die moderne Abgasreinigung und die Partikelfilter ist es tatsächlich so, dass am Ende weniger Partikel ausgestoßen werden wie vom Motor aus der Umgebungsluft eingesaugt wurden. Der Bus reinigt die also die Stadtluft.“

Mit der Erneuerung der Busflotte, deren Technik im dichten Verkehr der Städte ihre Wirkung besser entfalte als bei Überlandfahrten, werde die RSVG allein in Siegburg etwa 60 Kilogramm Feinstaub, 998 Kilogramm Stickoxide und 48.580 Kilogramm Kohlenstoffdioxid im Jahr einsparen. Umgerechnet auf die gesamte Flotte sollen die neuen 66 Fahrzeuge den CO2-Ausstoß um etwa sieben Prozent oder umgerechnet 146.820 Kilogramm einzusparen.