1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Angeblicher App-Tester: Siegburg: Jobangebot im Internet war unseriös

Angeblicher App-Tester : Siegburg: Jobangebot im Internet war unseriös

Ein Mann aus Lohmar wird zum Betrugshelfer - weil er einen Job als App-Tester annehmen wollte.

Das Internet ist voller Angebote, darunter auch viele unseriöse. Das musste jetzt ein 25-jähriger Techniker aus Lohmar erfahren, der sich wegen leichtfertiger Beihilfe zum Betrug vor Richter Ulrich Wilbrand verantworten musste. Gegen einen Strafbefehl in der Sache über 900 Euro hatte der Mann Einspruch eingelegt. So landete die Sache nun vor Gericht.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hatte der Mann sich im März 2020 als „Finanzagent“ von einem unbekannten Dritten anwerben lassen und ein Konto bei der Postbank in München eingerichtet. Auf dieses Konto flossen innerhalb weniger Tage in vier Transaktionen um die 3000 Euro, die dann auch zeitnah wieder auf ein Bankkonto im Ausland überwiesen wurden. „Das hätte Ihnen doch auffallen müssen“, belehrte Richter Wilbrand den Angeklagten, „so etwas nennt man Geldwäsche und ist illegal.“

Der Techniker erklärte daraufhin, wie es überhaupt zu der Sache gekommen sei. Seine Mutter habe ihm einen Link geschickt, den sie in einem Kleinanzeigenportal im Internet gefunden hatte. Dahinter verbarg sich eine weitere Kleinanzeige, es würden Mitarbeiter zum Testen von Spiele-Apps gesucht, und der Job würde mit 450 Euro monatlich entlohnt.

„Man darf seine Daten nicht einfach so weitergeben.“

Das erschien dem Lohmarer verlockend und er ging auf das Angebot ein. Darauf begann ein intensiver Schriftverkehr über ein Nachrichtenportal. Der unbekannte Dritte schickte sogar nach Aufforderung ein Selfie samt seinem Personalausweis und forderte den Angeklagten auf, seinerseits „Personalausweis und korrekte Daten“ zu schicken. Das tat der Techniker dann auch.

Mithilfe dieser Daten richtete dann wohl der Dritte ein Online-Konto bei der Postbank ein. Und begann seine Betrügereien. Der Angeklagte selbst konnte sich erst gar nicht erklären, wie dieser Mann an seine Daten gekommen war. Staatsanwaltschaft und Gericht beendeten daraufhin den Prozess und Richter Wilbrand stellte das Verfahren ein. Nicht ohne Mahnung an den Lohmarer: „Man darf seine Daten nicht einfach so weitergeben.“