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Siegburg: Schnapsdieb bekommt ein Jahr und zehn Monate​

Siegburger Amtsgericht : HIV-positiver Schnapsdieb wird erwischt und zieht Heroinspritze

Dreizehn Monate Gefängnisstrafe erhielt ein 39-jähriger wegen mehrerer Fälle schweren Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Der HIV-positive Mann hatte zudem bei einem Gerangel mit Ladendetektiven mit einer gezogenen Herionspritze gedroht.

Zu einem Jahr und zehn Monaten verurteilte Richter Michael Krah gestern im Amtsgericht einen 39-Jährigen wegen schweren Diebstahls und Hausfriedensbruchs. Der einschlägig Vorbestrafte war in Fußfesseln vorgeführt worden, da er seit 11. Oktober in Bonn in Untersuchungshaft sitzt. Ausschlaggebend dafür war bestehende Fluchtgefahr und die Tatsache, dass der seit seinem 16. Lebensjahr Heroinabhängige keinen festen Wohnsitz mehr hat.

Einen Tag vor seiner Festnahme hatte der Troisdorfer noch eine Flasche Whisky, acht Flaschen Wodka und Donuts im Edeka in Troisdorf gestohlen. Wie bei den anderen Diebstählen am 24. Mai beim Lidl, wo er sechs Flaschen Wodka sowie am 14. und 23. Juni im Kaufland, wo er fünf Flaschen Wodka, zwei Flaschen Cognac und einen Kopfhörer entwendet hatte, sollte der Verkauf des Diebesgutes der Beschaffung von Drogen dienen.

Hausverbot und Verfolgung nach Diebstahl

Am 20. Juli war es beim Diebstahl zu einem Zwischenfall gekommen, als der HIV-Positive beim HIT, wo er Hausverbot hatte, Whisky- und Wodka-Flaschen in seine Tasche gesteckt hatte. Der Filialleiter war von seinem Stellvertreter informiert worden, dass der bekannte Dieb im Laden sei. Die beiden stellten ihn kurz vor Verlassen des Ladens. Der arbeitslose Schweißer drückte dem Filialleiter daraufhin die Tasche in die Hand und wollte fliehen.

Doch die Männer folgten ihm und versuchten ihn auf dem Parkplatz zu packen. Nach einem kurzen Gerangel zog der Drogensüchtige eine Spritze aus der Brusttasche, woraufhin ihn die Männer losließen. Wie er angab, sei es eine frische Spritze gewesen. Er habe sie nur gezeigt, aber nicht damit gedroht. Da das Gegenteil nicht bewiesen werden konnte, wurde die Anklage wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung fallen gelassen. Mit seinem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwältin. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.